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Credit: Amerikanische Streiflichter / von Carl Beck. Source: Wellcome Collection.
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![- LS — Statt Gesetze zu machen, die von Hysterie und Faiiatisnuis inspiriert werden und die Soldaten nur verbittern, sollte man durch freundschaftliclie und kluge Reibrmbestrebungen in den Soldaten das Interesse an harmlosen Yergnügungen (Si^ort, Lesezimmer und dergleichen in den Freistunden) zu erwecken suchen. Es wüi'dc zu weit führen, von all' den vielen Geistesblitzen zu berichten, welche auf die andachtsvolle Menge hernieder- fuliren. Nur sollen aus diesem Embarras de richesse nocJi einige gesellschaftliche Episoden hervorgehoben werden. Da Aväre vor allem noch der lukullischen Diners zu ge- denken, welche die Stadt St. Paul den einzelnen Sektionen gab. Das besuchteste und ^^•o]ll auch ausgesuchteste war das gemeinscliaftliche Liebesmalü der chirurgischen, gynäkolo- gischen und dermatologischen Sektionen, bei welchen Wheaton, einer der ausgezeichnetsten Chirurgen des Nordwestens, mit schneidiger und humorvoller Yirtuosität den Yorsitz führte. Der Bankettsaal des Ryan Hotel war kaum im stände, die sechshundert trinkfesten Medici zu fassen, welche sich an den Schnurren ihrer Koryphäen nicht wenig ergötzten. Yon Abstinenz war hier nicht das geringste Symptom zu ent- decken und die reizende Bedeutung des uralten „Dulc' est desiper' in loco zeigte sich auch seitens der sonst so seriösen Zierden des Katheters in seinem liebenswürdigvSten und unter- haltendsten Lichte. Am folgenden Abend war grofser Empfang auf dem Campus der Universität von Miuneapolis. Yiel wäre von der prak- tischen und opulenten Einrichtung des pathologischen In- stituts daselbst zu sagen; der Festesjubel war jedoch so grofs, clafs mau sich gar nicht zu ernster Überlegung aufschwingen konnte. Die Armory (Zeughaus), welche ebenfalls auf dem Gelände der Universität steht, Avar brillant dekoriert und bald sti^ahlten tausende von elektrischen Lichtern auf den glänzen- den Reigen der tanzenden Menge. Die Äskulapjünger stellten ihren Mann und die schönen Augen mancher reizenden Hold- seligkeit ruhten mit Wohlgefallen auf ihnen. Die Amerika- nerinnen haben ein angeborenes Talent, hübsch auszusehen, und dem europäischen Auge fällt namentlich ihr schlanker Wuchs und die natürliche Grazie ihrer Bewegungen auf.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21176565_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


