Praktikum der Fischkrankheiten / von prof. dr. M. Plehn.
- Plehn, Marianne, 1863-1946.
- Date:
- 1924
Licence: In copyright
Credit: Praktikum der Fischkrankheiten / von prof. dr. M. Plehn. Source: Wellcome Collection.
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![Parasiten der Niere. Die beiden Systeme, welche in der Niere der Fische vereinigt sind, das harn- bereitende und das blutbildende, haben ihre besonderen Schmarotzer. Sehr reich ist die Niere an Parasiten, die a u s dem B1 u t stammen; sie haben ihren Sitz nicht in den harnbereitenden Elementen, sondern im Zwischen- gewebe. Dab Bakterien bei allgemeiner Infektion besonders reichlich in der Niere vorhanden sind, liegt am Zwischengewebe, dessen Leukocyten sich mit ihnen beladen. Viele mogen dabei zugrunde gehen und es wird dadurch manche Krankheit im Keime erstickt werden. Im Zwischengewebe hat auch das GeiBel- tier, T rypanoplasm a (siehe S. 407), das im Bint lebt, einen Lieblingssitz. Die eigentumlich gestalteten Eier von S anguinicola (S. 409) sind im Zwischen¬ gewebe der Niere haufig, und zwar findet man sie in alien Entwickelungsstadien, sowohl lebend wie abgestorben. Die Eier werden vom Gewebe des Fisches durch eine Hiille abgekapselt, gehen dann allmahlich zugrunde und stellen schlieBlich nur noch ein formloses Klumpchen dar. Oft kann dessen Natur nicht mehr sicher erkannt werden, denn auch andere Parasiten und Fremdkorper finden sich in ganz ahnlichen Cysten in der Niere. War bei dem in Entwickelung begriffenen Embryo schon das charakteristische Pigment entstanden, so ist die Erkennung auch lange nach dem Absterben noch moglich, denn das Pigment bleibt erhalten. — Die Menge der Sanguinicola-Eier kann eine so groBe sein, daB die Niere funktionsunfahig wird und daB der Fisch an allgemeiner Wasser sue h t zugrunde geht. (S. 324. 406.)] Die Niere des K a r p f e n und seiner Verwandten enthalt viele Parasiten aus der Klasse der Sporozoen. In frischem Zupfpraparat konnen Sporen zahl- reicher Myxobolus - Arten erscheinen; sehr haufig ist Myxobolus cyprini H o f e r und D o f 1 e i n (vergl. Fig. 49). Die Spore wird 16 /a lang und 9 /a breit; doch ist die GroBe recht schwankend. Der Parasit lebt in groBen Mengen namentlich im lymphoiden Zwischengewebe der Niere, ist aber auch in anderen Organen — Leber, Milz, Darrn — zu sehen; durch den Harnleiter gelangen die Sporen in die Kloake und mischen sich dem Kot bei; man kann daher die Diagnose durch mikroskopische Untersuchung des Kotes oft schon im Leben stellen. Nur bei sehr starker Infektion leidet die Gesundheit; die friihere Annahme, die Pockenkrankheit sei auf den Nierenparasiten zuriickzufuhren, muBte verlassen werden (S. 320). Starker ist der EinfluB, den ein nahe verwandtes Myxobolid: Hoferellus cyprini D o f 1 e i n ausiibt, und zwar weil sein Hauptsitz die Nierenkanalchen selbst sind, weniger das Zwischengewebe. Wahrend der vegetativen Entwickelung bewohnt er das Epithel der Kanalchen; die befallenen Zellen schwellen gewaltig an und gehen zu¬ grunde (Fig. 125). Es bleiben nach Austritt des Parasiten Liicken zuriick; dieselben werden mit Sekret gefiillt, das allmahlich fest wird und dann einen ,,gelben Korper“ darstellt, wie wir ihn ganz ahnlich von den Darmepithelzellen nach Eimeria- Infektion beschrieben haben (S. 394). Die Zerstorung der Niere geht bisweilen so weit, daB der Tod die Folge ist. Sogar grOBere Sterben an Hoferellus werden beobachtet — meist bei jungen Karpfen, altere Fische sind widerstandsfahiger. In dem intrazellularen Stadium zeigt sich Hoferellus im ungefarbten Zupf¬ praparat als scharf konturiertes, stark lichtbrechendes Ktigelchen von 10—12 /.i Durchmesser. Kerne sind nur nach Farbung zu erkennen; doch ist der Parasit nicht schwer zu sehen, um so weniger als er meist in Flaufen auftritt. So findet man ihn im Sommer; gegen den Herbst zu beginnt der Austritt ins Harnkanalchen; hier wachst der amoboide Parasit betrachtlich heran, bis zu einem Durchmesser von 27 /i, gelegentlich auch mehr. Er sitzt zunachst mit breiter Basis der Wand](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29821186_0159.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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