Grundriss der Physiologie des Menschen : für Studirende und Ärzte / von J. Steiner.
- I. Steiner
- Date:
- 1886
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Credit: Grundriss der Physiologie des Menschen : für Studirende und Ärzte / von J. Steiner. Source: Wellcome Collection.
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![Xaiithiu und Hypoxantliin sind in kochendem Wasser etwas löslich und gehen mit Säuren und Basen Yerbinduugen ein. Die Schwerlös- lichkeit des HCl-Salzes des Hypoxanthins unterscheidet es vom Xanthin. 7) Guanin, C5H5X5O, kommt im Pankreas und der Leber vor, ist in Säuren und Alkalien löslich und wird durch salpetrige Säure in Xanthin übergeführt. Durch Oxydation geht es in Gruanidin und dieses in Harnstoff über. Xanthin, Hypoxanthin und Guanin stammen aus einer Quelle, nämlich aus dem Xuclein; sie nehmen daher zu, wenn die Kemsub- stanzen zunehmen, wie z. B. bei der Leukämie (Kossel). 8) Allantoin, C^HgX^Og, findet sich im Harn neugeborener Kin- der, sowie im Harne Schwangerer, auch im Harn Erwachsener nach dem Gebrauch von Gerbsäure, ist in kaltem Wasser schwer, in kochen- dem leichter und in heissem Alkohol leicht löslich, ist krystallisirbaj und verwandelt sich durch Oxydation in Harnstoff und Allantoinsäure. 9) Glykocoll, C2H5XO3 (Glycin, Amidoessigsäure) (CHg.COOH^ Essigsäure; CH2(XH2)CO OH = Amidoessigsäure) ist als solches im Orga- nismus nicht enthalten, sondern in der Glykocholsäure und der Hippur- säure, bei deren Spaltung durch verdünnte Säuren und Alkalien es auftritt; es löst sich in Wasser und ist krystallisirbar. 10) Leucin, CgH^gOg (Amidocapronsäure), (C5H^i'COOH=Capron- säure, C5Hj(j[XH2]'CO OH =■ Amidocapronsäure), findet sich reichlich im Pankreassekret, sonst in der Milz, den Speicheldrüsen, der Leber, Xieren, Xebennieren und dem Gehirn; ist ein konstantes Yerdauungsprodukt des Albumins im Dünndarm, sowie ein ständiges Eäulnissprodukt der Eiweisskörper, aus denen es auch durch Kochen mit Alkalien oder Säuren erhalten wird. /OH 11) Tyrosin, CßH.^^^.^-g^^^^-g^^ ^ ^^,^^2 (Biderivat des Benzols), findet sich nur in Begleitung des Leucin und zwar bei der Verdauung der Eiweisse im Dünndarm, sowie bei fauliger Zersetzung von Eiweiss- körpern. 12) Taurin, C2H7XSO3 (Amidoäthylsulfosäure), (C2H^[0H]S03H = Oxyäthylsulfosäure, CaH^HXHLsl'SOgH = Amidoäthylsulfosäure), tritt als Zersetzungsprodukt der Taurocholsäure im Darm auf. 13) Hippursäure, C9H9XO3, ihrer chemischen Konstitution nach als Amidoessigsäure zu betrachten, in der ein Atom Wasserstoff durch das einwerthige Kadikal Benzoyl ersetzt ist: CH,• XH,• CO2H = Amido- essigsäure, CH2-XH(C7HgO)-C02H = Hippursäure, kommt reichlich im Pferdeham vor, nur in geringer Itenge im menschlichen Harn, wird aber daselbst durch den Genuss von Benzoesäure, Zimmtsäure, China- säure u. s. w. vermehrt. Sie ist im Körper an Basen gebunden und](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21206727_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)