Grundriss der Physiologie des Menschen : für Studirende und Ärzte / von J. Steiner.
- I. Steiner
- Date:
- 1886
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Credit: Grundriss der Physiologie des Menschen : für Studirende und Ärzte / von J. Steiner. Source: Wellcome Collection.
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![liegt iu seiner ursprüngiicheu Form der Ausseuseite des Gefässes an, um von liier aus noch weiter zu wandern. Ein neuerdings aufgefundenes Formelement des Blutes von walirscheinlich. untergeordneter Bedeutung sind die Blutplättchen von Bizzozero: es sind grössere rothe Körnerkugeln und farblose Körnermassen, die im Kreislauf wahrscheinlich zu Grunde gehen. Das Blut der Wirbellosen, wie das des niedersten Wirbelthieres, des Am- phioxus, enthält keine rothen, sondern nur denen der Wirbelthiere identische weisse Blutkörperchen. Das Blutplasma. • Unter Blutplasma, Liquor sanguinis, versteht mau das Blut minus Blutkörperchen, Man erhält reines Blutplasma you Thieren, deren Blut sehr langsam gerinnt, namentlich wenn man die G-erinnung durch Temperatureruiedrigung noch mehr verlangsamt. Am besten eignet sich dazu in hohen Standgläsern gesammeltes Pferdeblut, das erst nach einigen Stunden gerinnt. In diesem Falle stellt das Blut- plasma eine klare, durchsichtige, fast wasserhelle Flüssigkeit (die rothen Blutkörperchen liegen auf dem Boden) von schwach alkalischer Reaktion dar, die sich hei der Gerinnung stärker zusammenziehen kann als der Blutkuchen, und welche die Speckhaut (Crusta phlogistica) als oberste Schicht des Gerinnsels bildet; in ihr sind neben dem geronnenen Körper nur weisse Blutkörperchen vorhanden. Diese seine Gerinnungsfähig- keit ist die auffallendste Eigenschaft des Plasma. Die Gerinnung des Blutes. Die Gerinnung des Blutes, welche dem Gesammtblute zukommt, ist eine Erscheinung, deren Ursache wesentlich nur im Blutplasma zu suchen ist. Dies lehrt schon ein Ver- such von JoH. ]\ItJLLER, in welchem das Piltrat eines durch Zucker- lösung verdünnten Froschblutes gerinnt, dessen Blutkörperchen auf dem Filter zurückgeblieben waren. Die Gerinnung besteht in der Ausschei- dung eines unlöshchen Eiweisskörpers, des Faserstoffes oder Fibrins, aus dem Plasma. Mit der Ausscheidung des Faserstoffes geht einher eine Abnahme der Alkaleszenz des Blutes (Pflitgee und Zuntz), die wahrscheinlich auf der Bildung einer Säure beruht. Das Blutplasma besteht also aus dem Fibrin und dem Blutserum, das letztere wird durch die Zusammenziehung des Gerinnsels aus demselben als klare Flüssigkeit ausgepresst. Das Blut sämmtlicher Wirbelthiere besitzt die Fähigkeit zu gerinnen, aber in verschieden hohem Grade: das Blut des Menschen gerinnt schon nach wenigen Minuten, das der übrigen Thiere verschieden schnell. Es giebt eine Reihe von Einflüssen, welche die Gerinnung befördern: 1) der Kontakt mit fremden Körpern und der Luft, sowie die Bewegung, daher tritt sie früher ein beim Schütteln und Quirlen oder Schlagen des Blutes (durch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21206727_0050.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)