Grundriss der Physiologie des Menschen : für Studirende und Ärzte / von J. Steiner.
- I. Steiner
- Date:
- 1886
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Credit: Grundriss der Physiologie des Menschen : für Studirende und Ärzte / von J. Steiner. Source: Wellcome Collection.
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![rungen rauh und uneben, oder durch Verletzung in ihrer Kontinuität unterbrochen worden ist; 2) bei eintretendem Stillstand des Blutes nach Unterbindung des Ge- fässes (Thrombusbildung), wo die centralen Theile des Blutstromes dem Einfluss der Gefässwand entzogen sind; und 3) nach Injektion von aufgelöstem Blut in das Gefässsystem (Naunyn), wobei wahrscheinlich die Fibringeneratoren in fertiger Form injizirt werden. Das Blutserum. Das Blutserum ist Blut ohne Blutkörperchen und ohne Fibrin, wie man es als diejenige Flüssigkeit erhält, welche Blut oder noch besser reines Plasma bei ihrer G-erinnung aus sich aus- pressen. Es ist eine klare, gelblich-weisse Flüssigkeit, von alkalischer Keaktion und einem spezifischen Gewicht von 1030, in der organische und unorganische Substanzen in Lösung enthalten sind. Yon den orga- nischen finden sich darin 8—lO^^/^ Eiweisskörper, und zwar 1) Serum- eiweiss, das den Hauptbestandtheil der Eiweisse des Serums ausmacht; es gerinnt bei 70—75 C. und wird durch die Alkalien des Blutes in Lösung erhalten; 2) Reste von Paraglobulin, das durch Verdünnung und Behandlung mit Kohlensäure gewonnen wird (das Metaglobulin wird bei der Gerinnung vollkommen verbraucht); 3)]N'atronalbuminat, das man nach Entfernung des Paraglobulins durch Neutralisation mit verdünnter Essigsäure erhält. Ferner finden sich im Serum: 4) Fette und zwar neutral in feinsten Tröpfchen oder durch die Alkalien des Blutes verseift; daneben 5) Lecithin und Cholestearin durch die Seifen in Lösung erhalten, indess ist ihre Menge sehr gering; endlich 6) Kreatin, Harnstoff, Harnsäure, Carbamin- und Milch- säure; die Säuren sind alle an Alkali gebunden. Auch eine Spur von Zucker ist normal, und zwar etwa gleichviel im arteriellen, wie im venösen Blute (v. Meeing). Von den unorganischen Bestandtheilen ent- hält das Serum vorzüglich Chlorverbindungen und Natronsalze; den Haupttheil bildet Kochsalz, daneben sind vorhanden phosphor- saures Natron, kohlensaures Natron und phosphorsaureErden. Hierbei ist aufmerksam gemacht worden (Maly), dass die im Blute vor- handenen kohlensauren und phosphorsauren Salze, welche die alkalische Reaktion des Blutes bedingen, obgleich sie Lackmus bläuen, theoretisch doch als saure Salze aufzufassen sind. Dieselben, namentlich das Natriumdiphosphat und das Natrium- /OH Qjj bicarbonat, PO^ONa, CO<q-kt , enthalten nämlich je ein Hydroxyl, durch wel- ches sie Basen zu binden vermögen. Andererseits enthält das Blut auch saure Salze, denn das Natriumdiphosphat wird in verdünnter Lösung durch COj zu saurem Monophosphat (NaHoPO^), das neben dem alkalisch reagirenden Natrium bicarbonicum bestehen kann. Die Farbe des Blutes. Seine rothe Farbe verdankt das Blut nur dem in den rothen Blut- körperchen eingeschlossenen rothen Farbstoff; im Uebrigen aber erscheint](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21206727_0053.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)