Die Trichinen : nach Versuchen im Auftrage des Grossherzoglich Badischen Handels-Ministeriums ausgeführt am Zoologischen Institute in Heidelberg / von Christ. Jos. Fuchs und H. Alex. Pagenstecher ; dargestellt von H. Alex. Pagenstecher.
- Alexander Pagenstecher
- Date:
- 1865
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Credit: Die Trichinen : nach Versuchen im Auftrage des Grossherzoglich Badischen Handels-Ministeriums ausgeführt am Zoologischen Institute in Heidelberg / von Christ. Jos. Fuchs und H. Alex. Pagenstecher ; dargestellt von H. Alex. Pagenstecher. Source: Wellcome Collection.
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![Die Versuche wurden durch vielfaches Wiederholen der Fütterung mit trichi- nigem Fleische im Verlaufe mehrerer Wochen so geordnet, dass hei etwaigem Gelingen ebensogut Darmtrichinen als Muskeltrichinen hätten erwartet werden müssen. Der Fuchs erhielt ausser ungeheuren Mengen trichinigen Fleisches auch die Eingeweide sehr vieler trichinisirter Thiere, in welchen häufig die Darmtrichinen nachgewiesen waren. Es gelang in keinem der drei Fälle, auch nur eine Darmtrichine oder Muskeltrichine nachzuweisen. Ich habe augen- blicklich noch einen weiteren Versuch mit einem Hunde eingeleitet, welcher erst eben entwöhnt ist und nur mit Milch, Brot und Wasser genährt wird. V. Versuche mit Vögeln. Die fünfte Tabelle enthält die Versuche, welche mit Vögeln gemacht worden sind. Es ist in denselben nie gelungen, Muskeltrichinen zu erzielen oder Embryonen auf der Wanderung zu ertappen. Auch im Darmschleim wur- den keine Embryonen gefunden, obwohl kein Zweifel sein kann, dass die Ge- burt derselben vor sich geht und dieselbe unter dem Mikroskope bei im Truthahne erzogenen Darmtrichinen beobachtet wurde. Beachtenswerth ist es, dass die Versuche gar keinen Erfolg ergehen haben bei den ausschliesslich von thierischer Nahrung lebenden Raubvögeln, dem Bussaar [Buteo vulgaris) und dem Waldkauz (Syrnium aluco), obwohl diese Thiere schon nach weniger als vier Tagen nach der letzten Fütterung getödtet wurden, einem Termine, bis zu welchem mehrere andere Vögel die Trichinen im Darme zu behalten im Stande waren. Desgleichen war bei der Elster (Pica caudata) fünf Tage und bei einer Dohle (Monedula turrium) vier Tage nach der letzten Fütterung keine Spur der Darmtrichinen zu finden. Für die Dohlen wurde in einem zweiten Falle, in welchem das Thier schon vor Ablauf eines vollen Tages starb, nach- gewiesen, dass die Trichinen um diese Zeit aus ihren Kapseln befreit waren. Sie befanden sich in einem dritten Versuche nach anderthalb Tagen schon nicht mehr in der obern, sondern nur in der untern Hälfte des Dünndarms, zeigten aber kräftiges Leben. Wie viele Tage genauer sie im Darme zu bleiben und welche Ausbildung sie zwischen den gegebenen Terminen daselbst zu er- reichen im Stande sind, bevor sie den Darm verlassen, bleibt für alle die ge- nannten Vögel noch unentschieden. Bei einem Staare (Sturnus vulg aris] wurde schon nach drei Tagen keine Spur der genossenen Trichinen mehr gefunden. So waren auch bei der zahmen Ente in zwei Fällen, von welchen der eine schon fünf Tage nach der letzten Fütterung abgeschnitten wurde, keine Darmtrichinen aufzufinden. Und doch machte der geringere Umfang des Darmcanals bei allen Vögeln eine grössere Genauigkeit der Untersuchung möglich, als bei den meisten Säuge- thieren erreicht werden konnte. Bei allen übrigen in Fütterung mit trichinigem Fleische genommenen Vogelarten wurden Trichinen im Darme vorgefunden und nur in denjenigen Individuen vermisst, die zu spät zur Untersuchung gebracht wurden. Eine grössere Anzahl junger Häher 'Garrulus glandarius) gab Ge- legenheit zu einer ganzen Reihe von Versuchen, durch welche man vermittelst Tödtung zu verschiedenen Terminen sehen konnte, in w elcher Zeit die Trichinen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22326832_0082.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


