Handbuch der chirurgischen Technik bei Operationen und Verbänden.
- Albert Mosetig
- Date:
- 1887
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![Naivoso. ]1 sich auch fast aiissclilicsslicli des JMt'tliyleiibieliluiids. Dieses soll eine viel regelniässigere, mildere -Narcose erzeugen als das Chloroform, und das Excitatiousstadium soll dabei des Häufigsten fehlen. Andere Autoren bestreiten hingegen diese Angaben vollends. AVollte mau sich, gestützt auf die Autorität des gi'ossen Ovariotomisteu, des Methylen- l)ichl()iids bedienen, so müsste man hiezu einen eigenen Narcotisirungs- apparat besitzen, weil es, flüchtiger als Chloroform, nur in einem geschlossenen Eaume verdampfen darf. Jviiker\<i hiefür ersonuener sehr practischer Apparat besteht aus einem geschlossenen Glasgefässe, in welches das Anästheticum geljracht Avird. Vom Stoppelverschlusse aus gehen zwei Bohren in divergirender Eichtung ab; eine davon ist durcli einen Kautschukschlauch mit einer Gesichtsmaske in Verbindung, die andere trägt ein Richardson'adiea Doppelgebläse. Mittelst dieses Gebläses treibt man Luft in die Flasche und aus dieser, nachdem sie sich alldort mit den Dämpfen des Anästheticum gesättigt hat, durch die Maske in die Luftwege des Kranken. Ein Doppelventil in der Maske hindert die Exspirationsluft in die Flasche zurückzutreten und befördert sie direct nach aussen. Ohhansen räth, im JwnÄ-e^-'schen Apparate ein feines Sieb zwischen Flasche und Maske einzuschalten, auf dass der wiederholt schon beobachtete Uebelstand nicht eintrete, darin bestehend, dass nebst den Dämpfen auch flüssiges Methyleu- bichlorid in den Kehlkopf hineingeschleudert wird. Dieses üble Ereig- uiss bedingt asphyctische Erscheinungen bei blasser Gesichtsfarbe, und. spätere, selbst wochenlang andauernde, totale Aphonie. Es gibt noch eine grosse Menge ähnlicher Apparate, welche insbesondere für die Aethernarcose construirt wurden, weil der Aether, da auch er flüchtiger ist als Chloroform, ebenfalls nur in geschlossenen Gefässen verdampfen darf; allein alle diese Apparate gleichen sich in der Grundidee und sind nur in der Form verschieden, können daher füglich übergangen werden. Erwähnenswert]! ist noch, dass Methylenbichlorid ebenso wie auch der Schwefeläther brennbar sind, daher ihre Gase sich leicht entzünden, wenn sie zufällig mit einer Flamme oder mit glühendem Metalle zu- sammentreffen, Chloroformdämpfe hingegen entzünden sich nicht. 3. Unregelmässi^es oder stockendes Athmen. Das unregelmässige Athmen, meist in Form von seichten, kurzen Inspirationen und endlos verlängerten Exspirationen, ferner das aussetzende Athmen sind Erscheinungen, welche sich manchmal selbst schon im Beginne der Narcose, meistens aber erst bei scliAvindendem Bewusstsein ein- stellen. Man hilft ab durch Zuruf, durch Vorzählen oder durch leichtes Znsammendrücken des Unterleibes, um die Exspiration zu regeln. Auch ein langsames, sanftes, circuläres Effleuriren der Magengrube regelt oft, die Eespiration. Stockt der Athem ganz, nachdem einige stertoröse Inspirationen vorangegangen sind, färbt sich dabei das Gesicht bläulich, bekommt das ans der Wunde fliessende Blut eine dunklere Färbung, so zeigen diese Erscheinungen an, dass in den Luftwegen ein Hinderniss vorliege, welches den Eintritt der Luft hemmt. Ist dieses Hinderniss kein intralaryngeales — aspirirtes Blut, oder Theile des Erbrochenen — so Avird es bedingt durch einen mechanischen Verschluss des Kehldeckels in Folge Belastung durch die Zunge. Diese kann auf zweifache Weise die Athmung stören: entweder activ, d. h. durch krampfhafte Contraction der musculi retractores,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21212508_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)