Handbuch der chirurgischen Technik bei Operationen und Verbänden.
- Albert Mosetig
- Date:
- 1887
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der chirurgischen Technik bei Operationen und Verbänden. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University Libraries/Information Services, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University.
27/920 (page 13)
![des Kehldeckels dadurch zu Weg« bringen, dass er das Zungenbein mittelst eines von aussen eingestochenen spitzen Hakens vorzieht. Stellt sich die Athniung nach behobenem Hinderniss niclit von selbst wieder ein, so muss sofort künstliche Jlpspiration bei passiv eingelialtener Knie-Hüftbeugc bcliuts l^]i'sc]ilattung der {»auchdecken eingeleitet werden, theils nacli der Methode Sylvester's: durcli regel- mässiges seitliclies Aufheben beider Arme bis zur Senkrechten und nachheriges Senken l)is zum Zusammendrücken des Thorax dur(;li die Kllbogen, theils durch Zusammendrücken des Unterleibes und Wiedei'- naclilassen des Druckes. Diese combinirten Bewegungen sollen sich gegenseitig ergänzen und rhythmisch etwa 15- bis 20mal in der Minute ausgeführt werden, entsprechend der normalen Respirations- frequenz. Bei Kindern mit sehr elastisc^hen Rippen kann man sicli auch einfach durch ein Zusammenpressen und Wiederauslassen des tho- rax behelfen. Bei Elr- wachsenen würde es bei sehr schlaifen Bauch- decken auch so gehen, dass man von rückwärts her die Fingerspitzen in den unteren Thoraxrand einhakt und auf diese Weise direct den Brust- kasten hebt und senkt (Schauer). Das directe Ein- blasen von Luft von Mund zu Mund ist min- der zu empfehlen; zu- lässig wäre es nur bei Tracheotomirten, mittelst eines Catheters. Wäre das Respirationshinder- niss in den Luftwegen selbst gelegen, so müsste ohne Zaudern der Luftröhrenschnitt aus- geführt und nach geöffneter trachea die eingedrungenen Stoffe: Blut, Theile des Erbrochenen, Fremdkörper, ausgezogen, respective aus- gesaugt werden, frei oder nach Einführung von elastischen Oathetern, sei es durch den Mund, sei es durch Auspumpen — Saugspritzen oder Aspirateure — indem selbstverständlich die künstliche Respii-a- tion nur bei permeablen Luftwegen einen Sinn hat. Ebenso würden extralaryngeale, nicht rasch hebbare Hindernisse der Athmung die Tracheotomie erfordern. Wenn auch selten, so kommt doch auch noch eine eigenthümliche Ursache der behinderten Respiration vor, welche man kennen muss um rasche Abhilfe zu schaffen. Dieses Hinderniss liegt im Baue der Nasenflügel. Sind diese lang und dünn, so klappen sie manchmal in der Nareose ventilartig zu und schliessen die Nasenhöhle ab. Ist nun gleichzeitig der Mund geschlossen, so tritt Asphyxie ein. Man hilft diesem leicht kenntlichen Uebelstande ab a) Zange zum Vorziehen der Zunge; h) Nareotisirkorb- gestell nach Skinne?-; e) MundspiegL4 naeli Wood.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21212508_0027.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)