Handbuch der chirurgischen Technik bei Operationen und Verbänden.
- Albert Mosetig
- Date:
- 1887
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![wenn mau zwei entsprechend calibrirte, dickwandige, kurze Drainstücke parallel zu einander durch eine Sicherheitsnadel verl)indet und dieses so hergestellte Doppelrohr, nach ]jüftung der Nasenflüg-el, in die Nasenlö(dier einfügt. 4. Ohnmacht. Diese unheiiiilicJiste alh^r Zufälligkeiten gil)t sich durch Leichen])lässe, durch Aussetzen der J^iilswcllc und des Hei-z- schlages, durch Weite und Unheweglichkeit dci' J^iipillc. durch vollstän- digste Bewusstlosigkeit, Unenipfindlichkeit und Muskelerschlattiuig kund. fladt Blutung aus der Operationswunde hört plötzlich auf, der Narco- ' tisirte gleicht einer Leiche. Solche Ohnmächten sind äusserst drohende, oft schwer zu beschwörende Vorboten einer l^aldigen Hei'zläliniung. Anfänglich athmet der Kranke vielleicht noch, bald aber hört auch diese Lebensthätigkeit gänzlich auf, oder sie erlischt schon mit dem Beginne der Ohnmacht, und nun ist die Gefahr eminent. Selbstver- ständlich muss das Chloroform sofort beseitigt und frische Luft durch Aufreissen der Fenster — selbst im strengsten Winter — zugeführt werden. Künstliche Eespiration ist energisch einzuleiten und versuchs- weise ein mit einigen Tropfen i\.mylnitrit getränktes Tuch vor Nase und Mund zu halten (/Schütter). Der Kopf des Patienten ist tief zu lagern und ein kräftiger faradischer Strom durch den Körper zu leiten. Nelaton empfiehlt auch eine totale Inversion des Körpers, um mehr Blut den Ceutralorganen zuzuführen. Am besten lässt man den Strom einwirken, indem man die feuchten Pole der Batterie am Halse, hinter den Kopfnickern, nahe den Schlüsselbeinen, anpresst oder, falls man sich der von Aheüle empfohlenen Electropunctur bedienen wollte, indem man die Nadeln seitlich an beiden Seiten der Wirbelsäule einsenkt. Die Electropunctur des Herzens nach Steiner ist zu bedenklich, um empfohlen werden zu können. Weiters finden allerhand Reizmittel ihre Anzeige: Eiechsalze, mechanisches Kitzeln der Nasenschleimhaut, Besprengen des Gesichtes und der Brust mit kaltem Wasser, Bespritzen der Magengrube mit einem Strahle Eiswasser, Bürsten der Fusssohleu, Klatschen mit einem feuchten Tuche etc. etc. Manchmal kann man durch diese energischen Massregeln, worunter die künstliche, unaus- gesetzt selbst stundenlang fortzusetzende Athmung und der faradische Strom die wirksamsten sind, die Gefahr beschwören — leider nicht immer. Der während einer Narcose erfolgende Tod kann demnach eintreten: a) Plötzlich ohne alle Vorboten, gleichwie durch einen Blitzschlag. Nervenshok. Sideration. h) In Folge behinderter Athmung, namentlich bei directer Ver- legung der Luftwege. Asphj^xie. c) Durch Paralyse des Herzeus. Verlängert sich die Narcose ungebührlich lang und verzögert sich das Erwachen des Patienten, so kann und soll man es be- schleunigen, wenn auch im Momente keine gefahrdrohenden Erschei- nungen vorwalten, denn diese könnten sich auch später einstellen. Hiezu dienen das Anrufen und Aufrütteln des Kranken, ferner alle soeben namentlich angefahrten Reizmittel. Erst wenn einmal tler Kranke vollends wieder zu sich gekommen ist, kann man ihn der Ruhe und dem Schlafe überlassen, immerhin aber unter steter Bewachung. Zweck-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21212508_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)