Rhinoplastik; oder, Die Kunst den Verlust der Nase organisch zu ersetzen, in ihren früheren Verhältnissen ersorscht und durch neue Verfahrungsweisen zur höheren Vollkommenheit gefördert.
- Graefe, Carl Ferdinand, von, 1787-1840.
- Date:
- 1818
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Credit: Rhinoplastik; oder, Die Kunst den Verlust der Nase organisch zu ersetzen, in ihren früheren Verhältnissen ersorscht und durch neue Verfahrungsweisen zur höheren Vollkommenheit gefördert. Source: Wellcome Collection.
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![der1) das ausgeschnittene, schon sehr vollkommen organisirte Auge, der getrennte Schwans und die abgelösten Füfae. Bei -weitem geringer ist die Regeneration schon in dem Erd- Salamander (Salamandra terrestris), obgleich derselbe dem] Sumpf - Salamander (Salamandra palustris) im allgemeinen äufserst ähnlich ist, höchstens wächst hier ein Stückchen des Schwanzes und zwar sehr langsam wieder. Diese auffallende Verschie- denheit im Grade der Reproductivität scheint bei den letzten Thierarten, vorzüglich durch die Differenz ihrer Lungen begründet zu seyn; bei dem Eid-Salamander deuten sie durch zellige Struktur schon weit höhere Animalitäl, als bei dem Sumpf- Sala- mander an, dem zur Respiration nur eine blasenförmige, also weit weniger vollkom- mene Lunge gegeben ist. §. 4. In den warmblütigen Geschöpfen, die bei errungener Cerebralbildung durch voll- kommene Respirationswerkzeuge der ersten Reihe der Animalisation angehörig wer- den, geht die Wiedererzeugung, selbst für einzeln getrennte Glieder ganz verlohren. Rei ihnen ist die Reproduction so ganz der innern Vollendung zugekehrt, dafs die extensive Wirksamkeit des Bildungstriebes nur noch die organische Wiedervereini- gung getrennter Theile, und durch diese die Heilung von Wunden, Brüchen u. s. w. zu bewirken vermag. Bei den hierher gehörigen Thieren finden wir im Vergleich mit dem Menschen die Heilbarkeit der Wunden ungemein ausgedehnt. Sie können ^rofse Theile ihres Körpers verliehren, und die Wundflächen werden ohne alle Kunst durch sehr vollkommene Narben geschlossen. — Wir sehen bei dem Wilde die Verletzung der wichtigsten Organe, die complicirtesten Knochenbrüche unter fortgesetzter kör- perlicher Bewegung und ohne dafs der schädliche Einflufs alles Ungemachs der Witte- rung entfernt gehalten wird, dennoch glücklich heilen. Im Menschen, in -welchem die Animalisation die höchste Stufe erlangt, bekömmt das Nervensystem, vorzüglich aber das Centralorgan desselben, das Hirn, jene hohe Entwicklung, durch welche eß fähig wird, selbst den geistigen Functionen zum kör- perlichen Substrate zu dienen. Hirr ist aber auch, eben durch die vollendetste Bil- dung der < cntrallheile der organischen S}'steme, eben durch die höchste Animalisa- tion auch die mindeste Reproductivität vorhanden. Heilen gleich die Wunden bei dem Menschen, wie bei allen warmblütigen Thieren, so ist diese Heilung doch sehr eingeschränkt, so ist mit Verwundung der edlern Theile, mit dem Verluste gröfse- rer Glieder immer die dringende Gefahr für die Fortdauer des gesammten Individui verbunden, und ein glücklicher Ausgang bleibt nur unter begünstigenden Umständen, v» ie unter zweckmäfsiger Kunstmitwirkung zu hoffen. ') Bonnet, Oeuvres d'histoire naturelle etc. T. XI. p. 63—179. Blumenbach, in den Commentar. Göuing. Vol. VIII. p. 95. Plateretti, Stille reproduzione delle ganibe e della coda delle Salamandre etc. In Scelta di Üpusculi interessant!. Vol. 27. p. 18 — 3g. A 2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21022586_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)