Rhinoplastik; oder, Die Kunst den Verlust der Nase organisch zu ersetzen, in ihren früheren Verhältnissen ersorscht und durch neue Verfahrungsweisen zur höheren Vollkommenheit gefördert.
- Graefe, Carl Ferdinand, von, 1787-1840.
- Date:
- 1818
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Credit: Rhinoplastik; oder, Die Kunst den Verlust der Nase organisch zu ersetzen, in ihren früheren Verhältnissen ersorscht und durch neue Verfahrungsweisen zur höheren Vollkommenheit gefördert. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
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No text description is available for this image![so .schichten ; liier mitl.heile, in Bezug auf mehrere wichtigere Momente Zweifel 7.n- rückliefs, die der Diction des Verfassers, über welche mannigfache Kla^e bereits an- derweitig 2) geführt ist, alleinig zugeschrieben werden darf. Carpue verfährt genau auf folgende Weise: Ist die Stirn niedrig, so dafs das Septum der künftigen Nase aus der behaarten Haut wenigstens zum Theil gebil- det werden mufs, so reifst man vor der Operation die Haare mit den Wurzeln aus 3). Ist dies geschehen, so überzeugt man sich von der Gröfse des Hautlappens, mittelst eines wächsernen Modells , welches platt gemacht auf die Stirn gelegt wird. Mit ro- ther Farbe (deren Mischung nicht angegeben ist) zieht Carpue eine Linie um jenes Modell, bezeichnet eben so die Seiten des Gesichts, wo die Einschnitte gemacht wer- den sollen , und verfährt ganz auf gleiche Weise mit dem untern zur Aufnahme des Septi bestimmten Theile. Der Kranke wird hierauf bei zweckmäfsiger Kopfunterstützung mit dem Rücken auf einen Tisch gelegt, der Operateur ineidirt erst an der rechten, dann an der lin- ken Seite, und schneidet die nölhige Mänge von der Gesichtshaut, nebst einigen Mas- kelfiebern des Compressor nasi, des Levator und depressor labii superioris alaeque nasi aus, damit die von der Stirn zu trennende Haut aufgenommen werden könne. Ist dies geschehen, so macht man in der Oberlippe einen einfachen Einschnitt, um auch das künftige Septum einlegen zu können. Nachdem die Gesichtstheile auf die vorbeschriebene Weise zur Aufnahme der neuen Nase vorbereitet sind, wird die Stirn in der früherhin gezogenen Linie stark ineidirt, und die ganze Haut so genau irelrennt dafs nur das Pericranium auf dem Schädel zurückbleibt, wobei man gegen bedeutende Blutungen die Ligatur in Anwendung bringt 4). Der abgetrennte Theil wird umgedreht (turn) damit das Septum in den Einschnitt der obern Lippe eingelegt und mit blutiger Nath befestiget werden könne. Ist auch dies geschehen, so bringt man die Stirnhaut genau mit der linken und rechten Seite des Gesichts in Berührung, um sie theils mit blutiger Nath , theils mit Heftpflastern genügend befestigen zu kön- nen. Die Nasenlöcher werden zuletzt mit Charpie gefüllt und die Stirn wunde durch trockene Hefte nach Möglichkeit zusammengezogen, der Kranke gereiniget, der erfor- derliche Verband angelegt, und die Wäsche gewechselt. Nach vollendeter Operation bringt man den Patienten zu Bette, und legt auf den Kopf ein Flanellstück, um die Kühlung zu meiden, über welche die Kranken nach der i) Carpue, übers, von Michaelis, p. 33 — 38. 2) Vei•■]. meine Vorrede zu Carpue, übers, von Micha elis, p. VIII. s) Dem Dr. Carpue ist es, wie er spater erzählt, gelungen, durch dies Verfahren den Wachsthum der Haare nicht nur während der Operation, sondern für immer 7.u hindern.' In einzelen Fallen mag dies auch möglich seyn , wo, wie bei Carpue nur ein kurzer Theil des Septi aus der, behaarten Haut eenornroen ward. Als Regel würde ich diese Maafsregel nie aufstellen, weil ich nach noch so fleis- m ( i Ausziehung der Haarwurzeln , die Haare doch ott in aller Ueppigkeit wieder wachsen sah. +) Carpue, lib. eilT p. 3?.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21022586_0050.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)