Lehrbuch der organischen chemie für studierende an universitäten und technischen hochschulen / von dr. A.F. Holleman.
- Arnold F. Holleman
- Date:
- 1908
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Credit: Lehrbuch der organischen chemie für studierende an universitäten und technischen hochschulen / von dr. A.F. Holleman. Source: Wellcome Collection.
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![Drehung hat man sogenannte Polarimeter konstruiert; das von Lippich (Fig. 23) ist eines der am meisten angewandten. Das der Lichtquelle zugekehrte Ende S des Apparates ist zur Aufnahme der als Strahlenfilter dienenden Flüssig- keitsröhren bestimmt. In dem Teile P des Apparates wird das Licht polari- siert, durchläuft daun ein Rohr (das in die Rinne L gelegt wird) von genau bekannter Länge (100—500 mm), in welchem sich die Flüssigkeit oder die Lösung befindet, die auf optische Aktivität untersucht werden soll; der Teil nF des Apparates dient dazu, den Betrag der Drehung zu messen. Die Drehung ist proportional der Rohrlänge. Die Größe des Drehungsvermögens einer Verbindung (der Drehungswinkel) wird auf verschiedene Weise angegeben. Man gibt z. B. die Drehung an, die eine Verbindung für eine gegebene Rohrlänge bewirkt; dies ist der Winkel, den man direkt am Apparat abliest. Er wird mit « bezeichnet. Das spezifische Drehungsvermögen wird ausgedrückt durch ja] und berechnet nach folgender Formel: wo l die Röhrenlänge bedeutet, a deu beobachteten Drehungswinkel für eine 1 dem lange Flüssigkeitsschicht und d das spezifische Gewicht. Die Größe der Drehung ist abhängig von der Farbe des Lichtes. In vielen Fällen wird bei der Messung gelbes Natriumlicht angewandt, dessen Wellenlänge der Linie D des Sonnenspektrums entspricht. Um dies aus- zudrücken, schreibt man [«]p. Besitzt ein Stoff nur ein schwaches Drehungsvermögen oder kann infolge geringer Löslichkeit nur in sehr verdünnter Lösung zur Messung gebracht werden, so läßt sich in vielen Fällen die Drehung verstärken, indem man der Lösung Borsäure, Molybdän- säure, Uranylsalze u. a. zusetzt. Wahrscheinlich beruht diese Er- scheinung auf der Bildung von komplexen Ionen. Ferner sind mitunter Bestimmungen der Verbrennungswärme, des Brechungsindex, des elektrischen Leitvermögens usw. von Wichtigkeit. Einteilung der organischen Chemie. 28. Man teilt die Kohleustofl'verbindungen in zwei Haupt- klassen ein. Die eine umfaßt die aliphatischen1 Verbindungen oder Fettkörper, die andre die aromatischen Verbindungen. Die Verbindungen der ersten Klasse werden deshalb auch ..Fettkörper- benannt, weil die Fette des Pflanzen- und Tierreiches zu ihr gehören; der Name der andren Klasse rührt daher, daß viele 1 vou ä).ei(f UQ Fett. Hoi.i.kman , Org. CI). Sechste Auflage. 3](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28131964_0049.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)