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Credit: Geschichte der Medizin / Max Neuburger. Source: Wellcome Collection.
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![vier Zeiten (Systole, Diastole und die beiden Pausen) an und unterscheidet im wesentlichen zehn Pulsgattungen mit entsprechenden, Unterarten, worüber man sich aus nachfolgendem Schema orientieren kann: 1. xb itapä TO Koahv 2. xb itapa xb «otov 3. xb jtapä xbv xbvov 4. xb nupä xb nozbv T-f]? SiaatoX-r]?* tt]!; xtvi^aeu)?* t-rj? 8üvd(xe(ju? xr^q uXY]f7)c (ASfa?, fxixpig t«X?> ßp«^C» oipoSpo;, «(xuSpo? }j.600? (16005 JAeoo? 5. xb napä xbv -j^pövov 6. xb napa xy]v oua-caaiv 7. cö uapä ty]v 8. tö napa, x-rjv TYji; -S^GOXta? axXfipi?, (AaKaxo?, 6|xaX6x'r]':a xal -cä^iv xal äta^t'av TVüxvög, otpoio? (xsao? avtufiaXiav 9. xö rtopa xb itXTjfl-os 10. xö Jtapot xöv xal xö xsvov ^uö-fiov. Es wird also Größe, Schnelligkeit, Stärke, Völle, Häufigkeit, Härte, Rhythmus, Gleichmäßigkeit in der Aufeinanderfolge untersucht. Wichtig waren die Unter- arten des doppelschlägigen (oixpoxo?), ameisenartigen (|jLDp[j.7]xtCwv), gazellenartigen (Sopxa8iC(uv), wurmartigen (oxcuX-rjxiCcuv) und welligen {xu(j.axu)8Y](;) Pulses. —Von der Therapie des Archigenes wissen wir, daß er neben der eifrig gepflegten diätetisch- physikalischen Behandlungsweise auch Abführmittel (z. B. bei Fieber, bei Melancholie, gab er seine, „Hiera genannte Koloquinthen enthaltende Komposition), Blutent- ziehungen mit Indikationsstellung) und Brechmittel (gewisse Speisen, Rettiche, Nies- wurz) anwendete. Eines seiner Lieblingsmedikamente war das Bibergeil. — Archi- genes gab eine glänzende Beschreibung der Lepra und berichtete auch über ver- schiedene indische Heilmethoden; er kannte auch die Diphtherie. Ebenfalls Pneumatiker war ApoUonios aus Pergamon, welcher die häufige Ausführung des Aderlasses widerriet, mit der Begründung, es werde dadurch zu viel rveö|Aa dem Körper entzogen; besser sei es daher vom Schröpfkopf und Skarifikationen Gebrauch zu machen. Die Schule der Pneumatiker hat sich auch um die Chirurgie große Verdienste erworben, gehörten ihr doch die berühmtesten Wund- ärzte der Kaiserzeit an, Archigenes, Leonides und Helio- doros und der spätere Antyllos. Archigenes zeichnete sich dadurch aus, daß er die Indikationsstel- lung für die Amputation (gegenüber den Hippokratikern) bedeutend er- weiterte, Gefäßligatur oder Umstechung anwendete; er operierte Brust- und Gebärmutterkrebs, verwendete zur Stillung der Blutungen, sowie bei Coxalgie das Glüheisen und bediente sich des Speculum uteri. Heliodoros hinterließ, wie die Fragmente zeigen, wertvolle Angaben über die Operation von Abszessen, über Schädelverletzungen (Untersuchung mit der Sonde, Trepanation), Exostosen, Empyem, Hypospadie, Strikturenbehandlung, nahm Resektionen vor, kannte den Lappenschnitt und bespricht ausführlich die verschiedenen Verbände (Rollbinden, gespaltene und zusammengenähte Binden) und Repositions-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21352471_0001_0349.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


