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Credit: Geschichte der Medizin / Max Neuburger. Source: Wellcome Collection.
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![halb die zugehörige vitale Grundkraft (ouva|i,t<; Cwit-/,-/]) auch als 86va[i,t<; 0(puY[i,tx-/) bezeichnet wird; das 7tyeö[j-a (puatxov hat zum Organ die Leber und die Venen. Die Tatsache, daß sich das psychische, animalische und vegetative Leben wieder in verschiedene Funktionen sondern läßt, findet darin ihren Ausdruck, daß den Grundkräften noch Unterkräfte, mit schärfer umschriebener Wirkungssphäre, subordiniert sind; so kommt z. B. die Verdauung, die Ernährung, das Wachstum der einzelnen Organe, die Absonderung, durch Partialkräfte zu stände, wovon die an- ziehende (Suvajxct; e\v.zi%ri), die anhaltende (S. xa^sotc/.-/]), die um- wandelnde (S. aXXoiüiTtXK]), die austreibende (S. Trptoanxrj), die ab- sondernde (S. aTuoxptn/.T]) Kraft zu unterscheiden sind. Jedes Organ besitzt sein Eigenleben und seine besondere, nur ihm eigentümliche Kraft, welche die spezifischen Wirkungen hervorbringt; sie ist nicht weiter erklärbar und wohnt der ganzen Substanz inne. Der Ablauf der Lebenserscheinungen und die Funktion der vitalen Kräfte ist bedingt durch unausgesetzte Erneuerung des Lebenspneuma. Die Erneuerung erfolgt durch Aufnahme desselben aus der Luft auf dem Wege der Lungen sowie auf dem Wege der Hautporen und Arterien, d. h. durch die Atmung. Der teils auf platonisch-aristotelische, teils auf stoische Prinzipien zurückgehenden dynamischen Anschauung tritt die stoffliche Ana- lyse zur Seite, welche einerseits auf naturphilosophischen, anderseits auf anatomischen Vorstellungen beruht. Ebenso wie in den übrigen Systemen der Antike wird auch in dem galenischen die Idee der Korrespondenz zwischen Makro- kosmns und Mikrokosmus durchgeführt. Den vier Elementen, Feuer, Wasser, Luft und Erde, bezw. den vier ersten Qualitäten, dem Warmen, Kalten, Feuchten und Trocknen, entsprechen die vier Kardinalsäfte, das Blut, der Schleim, die gelbe und die schwarze Galle. Im Blute sind die Grundstoffe gleichmäßig gemengt, es wird durch die ersten Qualitäten hervorgebracht, in den drei übrigen Säften überwiegt ein Element, und zwar im Schleim das Wasser, in der gelben Galle das Feuer, in der schwarzen Galle die Erde. Die sinnlich wahrnehmbaren, sogenannten zweiten Qualitäten, d. h. die verschiedenen Arten des Geschmacks, des Geruchs, der Härte und Weichheit, der Nässe und Kälte, der Wärme und Trockenkeit sind die Folge der verschiedenen Mischung der Elemente (bezw. der ersten i Qualitäten). Mischung ist Bewegung; das Produkt der Mischung, der endliche Gleichgewichtszustand heißt das Temperament. Vom anatomischen Gesichtspunkte lassen sich die Gebilde des Körpers sondern: in gleichartige und ungleichartige (6(xototJ,sp^ xal (ivo[j.oto[j,epTj) Teile. Zu den ersteren gehören die Bänder, Sehnen, Knochen, Nerven](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21352471_0001_0386.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


