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Credit: Geschichte der Medizin / Max Neuburger. Source: Wellcome Collection.
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![dinalsymptome (tumor , rubor, calor, dolor functio laesa). Der Ausgang kann sein: Zerteilung, Ausschwitzung von Serum (lyßp), Eiterung, Fäulnis (o-rj-^ii;). Fieber ist eine abnorme, allgemeine Wärmesteigerung und beruht auf Arterien- verstopfung, lokaler Entzündung (iXxoi;, Bubonen) oder Fäulnis der Säfte. Es gibt kontinuierliche und intermittierende, der Starrfrost ist auf AfFektion der Tferven- zentra zurückzuführen. Die kontinuierlichen, von denen vielerlei Arten unterschieden werden (Ephemera, -rjiciaXo?, cüvoxos, TotpüjSYj?, -cötpo?, -Aaöaog, XeiTtupla, ^ocuS-rii;, irsjitpif. IxTepitüSf]?, viuö'pö?, tpptxuiS-rji;), sind bald durch Stockung des Pneuma (Ephemera), bald durch Fäulnis der Humores verursacht oder haben ihren Ursprung in den festen Teilen (Ixxinol nupsxot). Von den intermittierenden (SiaXeiitovte? noptxoi) entsteht die Quotidiana durch Anhä.ufung von Schleim, die Tertiana aus gelber, die Quartana aus schwarzer Galle (resp. Leber, Milz). Galen stützte sich in seiner Fieberlehre auf die pneumatische Schule. Wir finden daher seine Einteilung auch bei einem späten Anhänger dieser Richtung, nämlich bei Alexandres von Aphrodisias (2. Jahrhundert n. Chr. [reepl itupEtAv im Ideler, Physici et medici graeci minores, Bd. I]). Wie Galen teilt auch er die Fieber ein in intermittierende und kontinuierliche, langsame und schnelle, Eintagsfieber, septische und hektische. Da Galen in seinen Schriften — abweicliend von Hippokrates — stets mehr die Beweisführung zu Gunsten seiner Theorien als die Vorführung reiner Beobachtungen beabsichtigt, so finden sich bei ihm wohl scharf- sinnige Analysen der Krankheitsprozesse, aber wenig Gesamtbilder von Symptomenkomplexen. Dennoch ist die spezielle Pathologie über- aus reich vertreten, und in der Menge willkürlicher Spekulationen hegt manches Goldkorn von wahrer Beobachtung und überraschend klarer Einsicht verborgen. Krankheiten der Respirationsorgane. Nasenleiden: Die Auffassung des Katarrhs entspringt der Lehre, wonach das Gehirn die Quelle des Schleims darstellt. Andeutung oder Erwähnung finden: Anosmie, Geschwüre und Polypen (chirurgische Therapie), Ozäna und Epistaxis (Therapie, Kälteapplikation auf die Stime, Tamponade mit dem Schwamm, Schröpf- köpfe in die Leber- oder Milzgegend). Die Beziehung des Nasenblutens zu Allgemein- leiden war bekannt. Kehlkopfleiden: Galen weiß, daß Aphonie und Ver- änderungen der Stimme sowohl durch Traumen (Läsionen des Gehirns, Rückenmarks, Thorax, Abdomens) als durch Lokalaffektionen des Kehlkopfes erzeugt werden können. Fremdkörper im Kehlkopf oder Trockenheit der Schleimhaut rufen durch ihren Reiz Husten hervor. Beschrieben werden Geschwüre des Larynx (oberflächliche und tiefe; sie sind nur wenig schmerzhaft), Laryngitiden, Ermüdung der Stimm- bänder etc. Die Kynanche unterscheide sich von derSynanche, daß erstere das Innere des Larynx befalle und daher sehr gefährlich sei, während letztere im Schlund- kopfe ihren Sitz habe^). In der Therapie kamen verschmierende (Gummi, Araylum, J) Bei Hippokrates wird kein Unterschied zwischen beiden gemacht, aovu-f-p] oder xüV(4YXn ^^t Angina, d. h. eine Entzündung des Larynx, des Pharynx oder der be- nachbarten Teile, welche durch das aus dem Kopfe in die Halsvenen strömende Sekret erzeugt wird; ist das Sekret von kaltem schleimigen Charakter, so entsteht Verstopfung der Blutgefäße und Atemwege (Rötung, Schwellung, Schmerz), ist es von heißer, salziger](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21352471_0001_0400.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


