Die operative Geburtshilfe an der k. k. Entbindungsanstalt zu Graz : in ihren Anzeigen, Methoden und Erfolgen ausführlich dargestellt / von Matthäus Fürntratt.
- Fürntratt, Matthäus.
- Date:
- 1860
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die operative Geburtshilfe an der k. k. Entbindungsanstalt zu Graz : in ihren Anzeigen, Methoden und Erfolgen ausführlich dargestellt / von Matthäus Fürntratt. Source: Wellcome Collection.
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![durch Ziehen an demselben die Drehung des Kindes nicht erfolgte, hatte eine schwierige Aufsuchung des zweiten Fusscs für die Mutter zu eingreifend geschienen; desshalb wurde der geholte Kuss mit der Wendungsschlinge festgehalten, die linke Hand des Operateurs bis zu dem an der rechten Seite befindlichen Kopfe eingeführt, und so — durch gleichzeitiges Anziehen des Kusses und Emporschiehen des Kopfes (durch den Kiwisch’schen Handgriff) das Geschäft der Wen- dung vollbracht. Die künstliche Extraction folgte sogleich nach, frei- lich mit wenig Aussicht für das kindliche Leben. Das Kind war schcintodt und konnte nicht wiederbelcbt werden, die Mutter wurde den 7. April gesund entlassen. IS* Ein Nabelschnur-Vorfall neben dem Kopfe in der 1. Schä- delstellung bei der zweiten Geburt der 30jälirigen H. Josefa gab den 27. August 1858 Anlass zur Wendung auf den rechten Fuss mit nach- folgender Extraction. Das Kind, dessen Lebensäusserungen anfänglich schwach waren, wurde kräftig wiederbelebt, und den zweiten September mit der ge- sunden Mutter in’s Findelhaus übersetzt. 10« Die Z. Cäcilia, 28 Jahre alt, gebar den 30. August 1858 in der 26. Woehe ihrer ersten Schwangerschaft eine unzeitige Frucht. Die Ursache der Unterbrechung der Schwangerschaft war ein voll- kommen vorliegender Fruchtkuchen, welcher die Vornahme der Tam- ponade anzeigte (siehe diese Operation, wo zugleich das Merkwür- digste über die Wendung angegeben ist). * SO. Schon bei ihrer Aufnahme, fünf Tage vor der Geburt, welche am 14. September 1858 erfolgte, wurde bei der zweitge- schwängerten Z. Maria, 35 Jahre alt, die Anwesenheit von Zwillingen erkannt. Nachdem die Zeit bis nahe zum Blasensprunge gekommen war, konnte sich wegen übermässiger Spannung die Gebärmutter nicht mehr zusammenziehen, wesshalb die künstliche Eröffnung der Ei- häute um so mehr gerechtfertiget erschien, als der erste Zwilling quer über dem Muttermunde gelagert und der günstigste Augenblick zur Wendung vorhanden war. Ohne längeres Zuwarten wurde das ]) gewendete Kind gleich darauf2) mit den Händen extrahirt. Das zweite Kind hatte eine Steisslage mit natürlichem Verlaufe der Geburt. Der erstgeborne Knabe war stärker, als das zweitgeborne Mädchen. Am 26. wurde die Mutter mit den Zwillingen in’s Findelhaus übersetzt. 21. W. Maria, 32 Jahre alt, hatte bei ihrer 3. Geburt am 11. December 1858 eine Querlage des Kindes, wobei der Kopf auf der linken Seite der Gebärmutter tiefer als der Steiss auf der rechten Seite stand. Diese Erkenntniss wurde erst nach dem Blasensprunge gemacht, mit welchem bei 8 Medicinal-Pfund Fruchtwasser abgeflossen war und die Querlage (eigentlich Schieflage) aus einer unsicheren Kopflage entstanden zu sein schien. Zugleich mit einem Nabelschnur- Vorfall verwickelt, bedingte sie die Nothwendigkeit auf die Wendung des Kindes die Extraction desselben vorzunehmen. *) Yom Verfasser. 2) Vom Prof. Götz. 10](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22446060_0153.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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