Das Krankenhaus der Diakonissen-Anstalt Bethanien zu Berlin / [Th Stein].
- Stein, Th.
- Date:
- 1850
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Credit: Das Krankenhaus der Diakonissen-Anstalt Bethanien zu Berlin / [Th Stein]. Source: Wellcome Collection.
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![Gewölbes mit einer 4 Fufs hohen, 18 Zoll breiten Oefihung versehen, wodurch das eiserne Rohr frei von dem umhüllen¬ den Mauerwerk bleibt. Bei der starken Erwärmung des Rohrs durch den heifsen Rauch werden die beim Kochen der Spei¬ sen sich entwickelnden Dämpfe verzehrt und ist für die Ven¬ tilation gesorgt, indem der Raum zwischen dem eisernen Rohr mid der Ummauerung mit der äufsern Luft communicirt. Zur Bereitung der Speisen dienen die Kochgefafse 1 bis 12, von denen 1 bis 5 auf dem Tisch und 6 bis 12 auf dem Fufsboden befestigt sind. Die 5 ersten Kochgefäfse enthalten 4, 6, 8, 10 und 12 Quart, die 7 letzten 20, 30, 40, 50, 00, 90 und 120 Quart. Der Inhalt sämmtlicher Gefäfse entspricht dem Bediirf- nifs für 400 Personen, wenn man, wie gewöhnlich, ein Quart pro Person annimmt. Die grofse Anzahl von Kochgefäfsen war erforderlich, um für die verschiedenen Klassen von Kran¬ ken, für die Krankenpflegerinnen und für die Beamten der Anstalt, welche keine eigene Haushaltung haben, die entspre¬ chenden Speisen bereiten zu können. Die Construction der Kochgefäfse ist auf Blatt 8. dar¬ gestellt. Fig. 1. ist die vordere Ansicht, Fig. 2. der Durch¬ schnitt und Fig. 3. die obere Ansicht eines der gröfsern Kochsrefäfse. Es besteht aus zwei starken — unverzinnten — Kesseln, von denen der äufsere Mantel 3 Zoll vom Boden des innern absteht und am Halse desselben mittelst Ringen und Schrauben befestigt und gedichtet ist. Die übrigen Be- standtheile des Kochapparats sind: d das Hauptdampfrohr, d' das Zweigdampfrohr, e das Dampfventil, f Luftventil, g der Hahn und Ji das Rohr zum Ablassen des condensirten Wassers, i Zuleitungsrohr für kaltes Wasser, Je Hahn dazu, l Anlegerohr zur Leitung des kalten Wassers in das Kochgefafs, m Dampfraum. Die Operation des Kochens ist folgende: Sobald die zu kochenden Gemüse oder das Fleisch mit Wasser versehen und in das Kochgefäfs gethan, werden die auf llj bis 2 Atmosphären gespannten Dämpfe in das Haupt¬ rohr d und zugleich in sämmtliche Zweigröhren d' geleitet, wozu das am Hauptrohr d über dem Dampfkessel befindliche Ventil dient. Hiernächst öffnet man den Lufthahn f, dann den Ablafshahn g und zuletzt das Dampfventil e. Sobald der durch das Ventil e eintretende Dampf die im Raume m eingeschlossene Luft verdrängt hat, was an dem Ausströmen des Dampfes durch den Lufthahn zu erkennen ist, wird der Lufthahn f geschlossen und der Ablafshahn g so gestellt, dafs die in m eingetretenen Dämpfe tropfbar niedergeschla¬ gen abfliefsen können. Das Oefl'nen des Dampfventils mufs langsam bewirkt werden. Ein zu plötzliches Eintreten der Dämpfe in den Raum m verursacht sonst das Eindrücken des innern Kessels, und namentlich wenn es übersehen ist den Lufthahn f und nen. In den auf dem Tisch aufgestellten kleinern Gefäfse von 4 bis 12 Quart Inhalt kocht das Wasser in 1 bis li Mi nuten imd in dem gröfsten Gefäfse von 120 Quart Inhalt is das Wasser in 15 Minuten kochend. Die niedergeschlagenen Dämpfe, das ist das condensirt Wasser, werden durch das Rohr /t nach dem kupfernen Bas sin 14 geführt. Bei der Reinheit des Wassers und desse hohen Temperatur wird es mit Vortheil zu Bädern und ar dern ökonomischen Zwecken sehr gern verwendet. Zur Füllung der Kochgefäfse mit kaltem Wasser dien die Rohrleitung i, der Hahn Je und das Anlegerohr /. Di Rohrleitung i steht mit der im ganzen Hause durchgeführte Wasserleitung in Verbindung. Zwischen je zwei Kochgefäfsen ist ein aufsteigendes Roh von dem Kaltwasserrohr i abgezweigt. An der Miindun des Rohrs befindet sich der Hahn Je, an welchem das c\3 gt bogene kupferne Anlegerohr l gehängt und durch Einlegen i das eine oder andere Gefäfs und Oeffnen des Hahnes Je di Füllung leicht bewirkt wird. Das Entleeren der Kochapparate wird bei den meiste der Gefäfse durch Ausschöpfen mit grofsen Löflein un Schöpfkellen besorgt. Die Gefäfse 5, 9 und 10 sind m Ablafshähnen versehen, deren Rohr durch den Dampfraum 1 geht. Der kupferne Deckel n ist mit Chamieren an de Hals des innern Kessels befestigt. Um den Deckel in eine bestimmten Richtung zu erhalten, ist am Handgriff n eir Schnur befestigt, die über eine an der Wand befestigte Rol geht und mit einem Gegengewichte versehen ist. Bei grofse Kochgefäfsen wird es vortheilhafter sein, den Deckel mit eim Meinen Klappe zu versehen, durch welche das Umrühren, Sa zen etc. erfolgen kann, ohne den ganzen Deckel öffnen zu dürfe] Zur Befestigung der grofsen Kochgefäfse dienen die Dre ; füfse o, von Schmiedeeisen, mit breiten Lappen an den äufsei Kessel genietet und mit Holzschrauben am Fufsboden befe • tigt. Der Fufsboden ist nur unter den Gefafsen 6 bis 1 von kernigen kiehnen Bohlen gefertigt, um die Gefäfse leid jl ter befestigen zu können, der übrige Theil des Fufsbodei der Küche, so wie sämmtliche zur Küche gehörende Vorrath räume, sind mit Asphalt belegt. Li Fig. 4. ist eins der kleinern auf dem Tische befestigte Kochgefäfse dargestellt. Es sind dieselben Bezeichnungen vc Fig. 1 — 3. beibehalten, d' das Dampfrohr, e der Dampl hahn, f der Lufthalm und g der Hahn zum Ablassen d* condensirten Wassers aus dem Dampfraum m. Das condei sirte Wasser aus den Gefäfsen 1 — 4 wird durch die Röhre in den Zinkeimer li geführt. Die Operation des Kochei ist ganz dieselbe, wie die vorhin beschriebene bei den gröfsei Gefafsen. In der Construction der Kochgefafse ist eine Aenderungr d hin getroffen, dafs der äufsere Kessel mit dem innern a Halse dampfdicht vernietet und nicht, wie bei den gröfsei Gefäfsen, mittelst eiserner Ringe und Schrauben verbünd« ist. Bei den kleinern Gefäfsen wären die Ringe und Schra Ö ben sehr unbequem gewesen. Bei Ausführung gröfserer Kessel von 5 — 600 Quart I halt, wozu ich bei Anlage einer grofsen Färberei Gelegenhe](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30450573_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)