Die Physiologie des Geruchs / von H. Zwaardemaker ; nach dem Manuscript übersetzt von A. Junker von Langegg.
- Hendrik Zwaardemaker
- Date:
- 1895
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Physiologie des Geruchs / von H. Zwaardemaker ; nach dem Manuscript übersetzt von A. Junker von Langegg. Source: Wellcome Collection.
30/338 page 20
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![sogenannten «Assielte inouillee« zu sehen. Eine große mit Laugen- wasser gereinigle Schüsse] wird so lange unter Wasser gehalten, bis sie vollkommen nass ist. Wird sie dann aus dorn Wasser genommen so bleibt eine dünne Schicht Feuchtigkeit an der Oberfläche haften. Wirft man ein wenig Kampferpulver auf diese feuchte Schicht, so sieht man diese sofort zurückweichen auf eine Entfernung, welche von der Menge des Pulvers abhängt. Untersucht man nachher, so findet man an den Stellen, wo das Wasser zurückgewichen, eine äußerst dünne Schieb! mit iridisierendem Reflex. Später wird diese Schicht weiß und erscheint unter dem Mikroskope aus nichts anderem, als aus unzähligen feinen Tröpfchen von ätherischem Öl gebildet, welche sich anfänglich in Be- rührung mit dem Wasser an der Oberfläche der Schüssel ausgebreitet hatten und nach dessen Zurückweichen allein zurückgeblieben sind. Diese Tröpfchen sind sehr stark lichtbrechend und durch kleine Zwischen- räume geschieden. Es ist daher unzweifelhaft aus dem mit Wasser in Berührung ge- kommenen Kampfer eine ölartige Flüssigkeit getreten, welche sich in einer dünnen Schicht an der Oberfläche des Wassers ausgebreitet hatte. Zu gleicher Zeit verursacht diese einen Rückstoß an den Kampferstück- chen selbst. Wenn diese kugelförmig waren und die ölartige Flüssigkeit mit gleicher Geschwindigkeit längs des ganzen ümfanges desselben aus- strömte, so würde Alles in Ruhe bleiben. Allein da die Kampferstück- chen, so klein sie auch sein mochten, stets Höcker, Spitzen und andere Unebenheiten haben, an welchen die Ausströmung am stärksten vor sich geht, so fehlt das Gleichgewicht zwischen den retroaktiven Impulsen, und es entsteht Bewegung. In Folge dessen verbindet sich auch mil den übertragenen Bewegungen eine Wendung um sich selbst. Dies ist wenigstens die Auffassung sowohl Venturi's, als jene von Liegeois1), einem scharfsinnigen französischen Forscher, welcher diese Versuche wiederholte und weiter verwertete. Hat sich nun nach einer Weile eine ausgedehnte iridisierende Schichl von ätherischem Öle über dem Wasser gebildet, welche die Bewegung aufhält, und entfernt man diese mit Löschpapier, so beginnt die Bewe- gung von Neuem. In großen Schüsseln wird dies nicht nötig sein, in welchen diese Schicht so dünn sein kann, dass die Verflüssigung des Kampferderivates verhältnismäßig rasch stattfindet. Wenn jedoch, wie es in kleinen Behältern, z. B. von 3 cm Durchmesser, der Fall ist, diese Materie, welche Luft und Wasser scheidet, in einer gewissen Dicke sieh angesammelt, so scheint alle Verdunstung, sowohl des Pulvers als des 1) Liegeois, Sur los mouvements de certains corps organiques b la surfa l'eau. Arch. de Physiologie. 18G8. T. 1. p. 35.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20407725_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)