Die Physiologie des Geruchs / von H. Zwaardemaker ; nach dem Manuscript übersetzt von A. Junker von Langegg.
- Hendrik Zwaardemaker
- Date:
- 1895
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Credit: Die Physiologie des Geruchs / von H. Zwaardemaker ; nach dem Manuscript übersetzt von A. Junker von Langegg. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![als wenn der Duftnebel weniger ausgedehnt ist, und der Geruchsreiz nur einen einzelnen Ausgangspunkt hat. Durch dieselbe Diffusion werden oleichfalls Duftwolken, welche der Wind oder die warmen Strömungen in der Atmosphäre mit sich führen, mehr verbreitet, und die Möglichkeit, dass der Beobachter von einer solchen Wolke umhüllt wird, ist demzu- folge größer. Die Diffusion ist sicherlich der allgemeinste der Geruchs- locoinotoren, weil sie überall ihre Wirkung entfaltet, wo immer gasförmige Riechstoffe in der Luft sich befinden. Aufweiche Weise Gerüche uns zugeführt werden mögen, mit der Nahrung, durch Luftströmungen oder durch langsames Vermengen mit der Atmosphäre, es ist schließlich immer die Atmung durch die Nase, welche sie zu dem eigentlichen, innen gelegenen Sinnesorgane befördert. Nicht wenn der Geruch sich vor der Nase befindet, kommt er zur Wahr- nehmung, sondern erst in dem Augenblicke des Atmens, und zwar wenn man auf eine bestimmte Weise atmet, — durch die Nase. Die Luft wird aus der Nähe des Mundes weggesogen und mit der Luft werden die in ihr schwebenden riechenden Teilchen mitgeführt. So verhält es sich nicht allein beim Menschen, dessen Nasenlöcher infolge seiner aufrechten Haltung horizontal gestellt sind und vor und über die Ober- lippe vorragen, sondern auch beim Tiere. Auch bei diesem wird die Luft, welche sich vor dem Munde befindet, in die Nase hinaufgesogen. Über den Weg, welchen die Luftströmung in der Nase selbst zurücklegt, finden wir ausführliche Mitteilungen aus älterer und neuerer Zeit, be- sonders von Bidder, von G. H. Meyer und Paulsen, von mir selbst, von R. Kayser so wie von G. Franke. Bidder1) weist nach, dass in der Regel nur während der Inspiration Geruchswahrnehmungen stattfinden. Selbst wenn man ein Stückchen Kampfer so dicht unter die Nase hält, dass man ein deutliches Prickeln2) in den Nasenlöchern fühlt, riecht man diesen Stoff erst, wenn man ein- atmet. Es genügt daher nicht, den Reiz in die Nähe zu bringen, man muss ihn bestimmt längs des vorgeschriebenen Weges hinein führen. Es werden nun beim Einatmen die Nasenlöcher erweitert, indem die M. M. levatores alae nasi und compressores nasi die Nasenflügel von der Scheidewand entfernen. Diese Bewegung ist beim gewöhnlichen Atmen nur unbedeutend, wird aber beim absichtlichen Riechen leicht merkbar. Charles Bell hatte bereits lange vor Bidder beobachtet, dass beim Atemholen zugleich mit der äußerlich sichtbaren Erweiterung der Nasen- 4] R.Wagner, Handwörterbuch der Physiologie. II. Bd. Braunschweig 4844 S. 920. 2) Und ein eigenartiges Würmegefühl.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20407725_0051.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)