Ein Fall von Impftuberculose des Conjunctiva des Menschen mit Befund von Tuberkelbacillen : inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doctorwürde in der gesammten Medicin / Julius Lowenthal.
- Lowenthal, Julius.
- Date:
- 1887
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Credit: Ein Fall von Impftuberculose des Conjunctiva des Menschen mit Befund von Tuberkelbacillen : inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doctorwürde in der gesammten Medicin / Julius Lowenthal. Source: Wellcome Collection.
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![Schicht ziemlich scharf ab, indem die Rundzellen sparsamer werden und bald fast völlig verschwinden. Es folgt dann das tiefere snbconjunctivale Gewebe, welches arm an Gefässen ist und fast gar keine Rundzellen enthält, sondern im Wesent- lichen aus derben fibrillären, netzförmig angeordneten Bindegewebszügen besteht. In diesen subconjunctivalen Gewebstheilen nun finden sich in grosser Anzahl eigen- thümlich glänzende, stark lichtbrechende Gebilde von homogenem Aussehen ab- gelagert. Die Gestalt und Grösse dieser Gebilde ist eine ganz verschiedene, von kleinen runden punkt- und tröpfchenartigen, bis zu grossen runden oder unregel- mässig eckigen, zum Theil auch streifenförmigen Gebilden, welche in ganz regelloser Weise durch das Gewebe vertheilt sind, bald isolirt, bald in grösseren Haufen (Fig. 1, Hartn. Ocnl. 3 Object II). Gegen die oberflächliche Granulationsschicht hin hören diese Gebilde allmählich auf, und nur noch ganz vereinzelt liegen sie in dem eigentlichen Graoulationsgewebe. In der Umgebung einzelner grösserer Gefässe zeigen sie eine ringförmige concentrische Anordnung (Fig. 5 und 6, Hartn. Oc. 3, Object V), während die Umgebung anderer Gefässe ganz frei von diesen Verände- rungen ist. Die Gefässwandungen selbst zeigen keine Abnormitäten. Zum grössten Theil sind diese Gebilde in Lücken zwischen den derben Bindegewebszügen ein- gebettet, letztere zum Theil deutlich auseinander drängend. An einzelnen Stellen jedoch sind zahlreich tröpfchen- und auch streifenförmig diese Massen in und auf die Bindegewebsbündel selbst gelagert und denselben fest anhaftend, so dass die Lücken zwischen den einzelnen Balken frei erscheinen (Fig. 7, Hartn. Ocul. 3, Ob- ject VII). Nicht selten sieht man isolirte Bindegewebsbündel auf Strecken bedeckt mit diesem Material in Form von kleinen Tröpfchen und Schollen, an einzelnen eine förmliche Einscheidung darstellend (Fig. 3). — Die Gestalt und Grösse dieser Massen sind, wie schon erwähnt, unendlich mannichfaltig mit allen möglichen Ueber- gangsformen; von grossen massigen Klumpen bis zu kleinsten Tröpfchen und kreis- runden regelmässigen Gebilden bis zu langgestreckten, ganz unregelmässig gestalteten (Fig. 4, Hartn. Oc. 3, Obj. VII). Die Substanz selbst ist gewöhnlich ganz homogen, zum Theil aber auch mehr oder weniger spongiös, d, h, durchsetzt mit zahlreichen, lufthaltigen Hohlräumen von sehr verschiedener Grösse (Fig. 4). Eine kernhaltige Kapsel war an keinem dieser Gebilde mit Sicherheit nachzuweisen, dahingegen war die Masse selbst an einzelnen Stellen kapseiförmig angeordnet, einen schmalen ring- förmigen Saum, der in seiner Mitte eine freie Lücke einschliesst, darstellend (Fig. 2 und 3, Hartn. Ocul. 3, Obj. IV). Ich habe mich beim Anblick jener vorhin er- wähnten spongiösen und zum Theil ganz durchlöcherten Massen des Gedankens nicht erwehren können, ob es sich hier nicht vielleicht um eine postmortale Erscheinung handelt, obschon ich in der Conservirungsmethode oder sonstigen Behandlung der Präparate keinen Grund für irgend welche Zersetzung ermitteln kann. Auf Zusatz einer stark diluirten Jod-Jodkalilösung nehmen die Gebilde eine tief dunkel mahagonibraune Färbung an, bei nur schwach gelblicher Tinction des übrigen Gewebes, ganz wie beim Amyloid. Bei Behandlung der so gefärbten Schnitte mit concentrirter Schwefelsäure [Virchow')] behalten diese Massen ihre tief braune Färbung bei, jedoch nehmen sie theilweise einen tropfbar flüssigen Zu- ») Cellularpathologie. 1871. S. 438 u. dieses Archiv Bd. VI u. VIIL](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2164925x_0004.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


