Die Pathologie und Therapie der Gehirn-Krankheiten : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Rud. Leubuscher.
- Leubuscher Rud. (Rudolph), 1821-1861.
- Date:
- 1854
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Credit: Die Pathologie und Therapie der Gehirn-Krankheiten : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Rud. Leubuscher. Source: Wellcome Collection.
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![stelle sehr fest und zwar in etwas weiterem Umfange, zahlreiche Gefässo gehen aus ihr in die Ilervorragung des Knochens. Sonst liegt sie zwar prall auf dem Gehirn, adhärirt aber nicht ^ und lässt sich leicht abziehen. Der Sinus longit. ist leer, die übrigen Sinus enthalten flüssiges Blut. Auf der linken ITeniis- phäre liegt frei auf der Arachnoidea, nur zum Theil an das \ Visceralblatt angeheftet, eine dünne frische Extravasatschicht. Die linke Hirnhemisphäre ist aufgetrieben, sowohl nach oben, wie nach innen zwischen der Fissura longitud. In dem hervor- ragendsten Theil dieser Auftreibung sind die Hirnwindungen fast ganz verstrichen; sie sind auch am hintern Lappen dersel- ben Seite, wie in etwas geringerem Grade auf der rechten Con- vexität flacher, als normal, Zeichen der Schwellung der ganzen Hirnmasse und ihrer Anpressung an den Schädel. Die ganze Oberfläche des Gehirns (Pia mater) ist lebhaft geröthet, die Hyperämie betrifi't besonders kleine Gefässe, während die grös- seren verhältnissmässig blutleer sind. In den hintern Partieen enthält der Sack der Arachnoidea etwas Serum. Die Pia ma- ter lässt sich nicht leicht vom Gehirn abziehen. Ein Einschnitt in die Anschwellung zeigt, dass der vordere Lappen von einer etwa faustgrossen Geschwulst erfüllt ist; sie liegt nur locker angeheftet in einer Art vou Höhlung; der Ventrikel ist zusam- menoedrückt vmd sie scheint von der obern Wandung des Ven- trikels ausgegangen zu sein; das unter der Geschwulst liegende cp. striatum ist bedeutend abgeplattet, der Thalamus nach der andern Seite herübergedrängt, das vordere Horn des Ventrikels sehr bedeutend ausgedehnt; ebenso wie der Ventrikel der an- dern Seite und der dritte Ventrikel, -die ausserdem von hellem Serum erfüllt sind; ihr Ependyma ist verdickt. Die die Ge- schwulst umgebende Hirnsubstanz, welche eine Art von Höhle bildet, ist äusserlich weder in ihrer Farbe, noch Consisteuz verändert, zeigt aber unter dem Mikroskope eine grosse Menge von Körnchenzellen und Conglomeraten. Die Geschwulst selbst ist von rundlich ovaler Form mit mehreren haselnussgrossen Knollen besetzt, und von einer dichten Bindgewebshülle umge- ben, die jedoch an manchen Stellen sehr dünn ist. Auf dem Durchschnitt erscheint sie von grün gelb lieh er Farbe [auch Lebert berichtet loc. cit. von einigen Fällen mit grüner Fär- Dung (Fett)] mit eingesprengten Stellen vou heller gelblicher Farbe. Das Mikroskop zeigt neben strangartig die Geschwulst durchsetzendem dichten Bindegewebe besonders in den kleinen Anhängseln, die überhaupt nicht die grünliche Färbung, sondern eine weisse haben, in einer weichen Masse die verschiedenen Formen von Zellen auf verschiedeneu Entwickelungsstufen, die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21718180_0436.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)