Die Pathologie und Therapie der Gehirn-Krankheiten : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Rud. Leubuscher.
- Leubuscher Rud. (Rudolph), 1821-1861.
- Date:
- 1854
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Pathologie und Therapie der Gehirn-Krankheiten : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Rud. Leubuscher. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
473/484 (page 455)
![leugbar das Contractionsvermögen der Cysticerkeu ist; man kann sich von den wirklich stattfindenden Contractionen, dem Ein- und Ausstülpen des Kopfes bei noch lebenden Cysticerken leicht überzeugen, und dieselbe lässt sich, wie ich einmal durch V. Gräfe Gelegenheit hatte, im Auge auch innerhalb des Kör- pers constatiren. Die Contractionen finden also sicherlich auch innerhalb dez Gehirns statt. Die Raumverdräno'una: und der dadurch bedingte Druck oder Reizung kann aber nur ein äusserst geringfügi[ger sein; der Kaum, den die ganze erb- sen- oder bohnen- bis haselnussgrosse Blase einnimmt, wird durch die Co'.jtraction des Thiers, das Ein- und Ausstülpen des Kopfes nicht wesentlich verändert; es könnte sich dabei nur um eine geringe Difierenz im Längen- oder Breitendurchmesser han- deln. Es ist eine Thatsache, das Cysticerken im Gehirn im Allgemeinen sehr wenig Symptome machen, dass eine kleinere Zahl ohne Symptome ertragen wird und eben bloss eine grössere Menge Symptome macht. Ich bin der Meinung, dass diese Rei- zungssymptome auch auf die von Zeit zu Zeit entstehenden neuen Bälge und den wachsenden Druck und Reizung des gan- zen Balges bezogen werden. Ausserdem scheint mir auch die Art der Symptome gegen Stich's Erklärung zu sprechen. Wenn man einen Cysticerkus im Auge beobachtet, so sieht man sehr häufige fast fortwährende Contractionen, und es ist anzunehmen, dass die verschiedene Thiere im Gehirn auch zu verschiedenen Zeiten sich contrahiren und doch treten die Reizungerscheinun- gen nur von Zeit zu Zeit ein und wenn es auch feststeht, dass die Wirkung der Ursache nicht unmittelbar zu folgen braucht, so scheint uns doch dies zu weit auseinander zu liegen und die Erklärung durch Entwicklung neuer Bälge eine viel ungezwun- genere. Dass eine grössere Menge fremder Körper im Gehirn Circulations- und Ernährungsstörungen hervorbringen muss, dass Schwinde], Krämpfe, wenn sie nicht auch durch consecutive Pro- zesse bedingt sind, davon abgeleitet werden können, bedarf ist wohl zu beachten, dass in dieser Vergieichung auch die Echinococcen- Bälge (Acephalocysten) mit herangezogen sind; in 9 Fällen endlich seröser, in 1 Fall blutiger Erguss^ Imal eine eigenthümliche Veränderung der Ventrikel. 30*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21718180_0473.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)