Die Pathologie und Therapie der Gehirn-Krankheiten : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Rud. Leubuscher.
- Leubuscher Rud. (Rudolph), 1821-1861.
- Date:
- 1854
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Credit: Die Pathologie und Therapie der Gehirn-Krankheiten : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Rud. Leubuscher. Source: Wellcome Collection.
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![Cysticerken]; bei Friedreich's Fall an der art. coroii. cord. sin. und lienal.), aber bei der Seltenheit solchen Vorkomniens ist daraus kein diagnostischer Schluss zu ziehen. Aetiologie. In verschiedenen Fällen ist eine mechani- sche Insultation des Kopfes als vorangehende Schädlichkeit nachzuweisen, zuweilen selbst unmittelbar vorher; wenn dies Moment in weiterer Ferne liegt, so darf es nur mit Vorsicht herangezogen werden. Es ist möglich, dass ein mechanischer Insult auch nur den Anlass zu einer schnelleren Entwick- lung abgiebt. Jedenfalls ist die Entwicklung einer Geschwulst von specifisch anatomischer Natur auch von einer besonders constitutionellen Anlage bedingt, auf die uns das Zus;un- mentreffen von Krebs, Tuberkel in anderen Organen mit Entschie- denheit hinweist. Wovon im letzten Grunde die besondere Natur des Hirntumors, namentlich bei den im Hirn isolirten Tumoren abhängt, ob das im Gehirn exsudirte Blastem im Ge- hirn von vorn herein einen gleichartigen Charakter hat und sich erst später differenzirt, und warum in einer bestimmten Weise als Krebs, als Fibroid etc., das ist eine jener Fragen der allge- meinen Pathologie, für welche die Annahme besonderer Krasen eben nur eine allgemeine Form der Lösung angestrebt hat, und deren weitere Discussion uns klinisch bis jetzt noch keinen unmittelbai'en Vortheil gewähren dürfte. ■ ■; Prognose und Therapie. Eine Rückbildung einzelner Pseudoplasraen ist möglich und der directe Nachweis wird durch das Auffinden ihrer anatomischen Residuen geführt. So finden wir, freilich selten, weil die meisten Kranken schon vorher zu Grunde gehen, ehe der Rückbildungsprozess eintreten kann, verkreidete Tuberkeln und etwas häufiger verödete Cysti- cerkusbälge. Von anatomisch constatirter Heilung des Krebses im Gehirn, wie dies in andern Organen fessteht, ist uns kein Fall bekannt geworden, ebenso wenig von fibroplastischen Ge- schwülsten. Und wenn hin und wieder von einzelnen Fällen berichtet wird, wo eine Reihe von Symptomen, die mit grosser WahrscheinHchkeit auf einen Hirntumor schliessen Hessen, sich zurückgebildet hat (z. B. bei Friedreich), so müssen wir bei der jetzigen Sachlage, wo die Diagnose am Lebenden immer](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21718180_0475.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)