Entwickelungsgeschichte der Cephalopoden / von Albert Kölliker.
- Kölliker, Albert von, 1817-1905.
- Date:
- 1844
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Credit: Entwickelungsgeschichte der Cephalopoden / von Albert Kölliker. Source: Wellcome Collection.
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![EutzünduDgs- und Kolostrumkugeiu, so wie die Gebilde des unbefruchlelen IlübneidoUers belrifft, so sind die- selben, wie man bei den ersleren ganz bestimmt siebt, und wie ich auch von den letzteren zeigen werde, keine Zellen, dürfen daher wohl der primären Zellen ermangeln. Endlich glaubt Vogt beim Alytes und Coregonus die Chorda dorsalis und die Knorpel von ihrem ersten Entstehen an ohne primäre Zellen gesehen zu haben, wogegen ich nur das bemerke, dass ich heim Frosch und der Eidechse bestimmt die primären Zellen in den- selben fand und von ihrem Ursprung aus den Furcliungszellen mich überzeugte. Ich hege dessuahen bedeutende Zweifel gegen Vogl’s .Angaben und kann auch auf die späteren complicirlen Umbildungen dieser Zellen, aus de- nen viele allgemeine Schlüsse über die Zellenbildung abgeleitet werden, nur mit Misstrauen sehen. Doch will ich, ohne eigene Erfahrungen über diese Thiere zu besitzen, keine absprechende Meinung äussern, und nur das bemerken, dass die von ihm beschriebenen Fälle gegen die Unzahl anderer immer nur spärliche .'Vusnahmen bleiben würden. — Primäre Zellen in grösserer Zahl in secundären Zellen eingeschlossen sahen schon mehrere andere Forscher, namentlich R. Wagner und Valentin^ freilich ohne die Bedeutung derselben zu kennen. Ich selbst fand solche mit ihren Kernchen begabte im Samen fast aller Thiere in grösseren oder kleineren Cysten. Zu zweien hat man sie an sehr vielen Orten wahrgenommen, so bei Embryonen in fast allen Zellen, dann in den Knorpeln, Leberzellen, Ganglienkugeln, Epitheliumzellen u. s. w. Es ist diess, meiner Ansicht nach, fast immer ein Zeichen, dass die Zellen noch in einer Vermehrung von sich aus begrilfen sind. Mein Ausspruch über das Vorkommen freier primärer Zellen in den letzten Endigungen der Drüsen und den Anfängen der Chy- lus- und Lymphgefässe gründet sich auf Untersuchungen des Saftes der Parotis, Submaxillaris, Milchdrüse, des Pancreas, der Niere, der Hoden, der Thyreoidea des Menschen, der Katze und des Kaninchens, der Lymphe und des Chylus der beiden letzteren. Die Beobachtung derselben ist so leicht anzustellen, dass man sich wun- dert, fast in allen, selbst den besten Handbüchern theilweise irrige Ansichten zu finden, was sich noch daraus am einfachsten erklärt, dass meist nur die ausgeleerten Drüsensäfte und die im Blute vorhandenen Chyluskör- perchen untersucht wurden. Uebrigens haben schon Henle und Valentin an mehreren dieser Orte auf das Vor- kommen freier, oder einzeln in secundären eingeschlossener, primärer Zellen aufmerksam gemacht. — Bildung der Samenfaden in primären Zellen beobachtete ich bis jetzt heim Menschen, Kaninchen, der Batte, Maus, dem Meerschweinchen, dem Hasen, dem Gecko, der griechischen Schildkröte, der gemeinen Natter und dem FVosche, Entstehung derselben aus primären Zellen durch Verlängerung derselben nach Art der Bildung der Kernfasern bei Distoma varicum, tereticolle, clavigerum, cylindraceum, trigonocephalum, Echinorhynchus fusiformis, angu- status, Pontobdella muricata, Sabella lucullana, Spio ?, Tristoma papillosum, Cassiopeia borbonica, wo die Zellen in Haufen*) und dessnahen auch die gebildeten Samenfaden erst in Bündeln beisammenliegen, und hei Lepas anserifera, Polyclinum stellatum, Pollicipes, Baianus, Campanularia, Planaria rubra, Aphrodite hystrix, Crisia ciliata, Nemertes, n. sp., wo die Zellen, auch wenn sie früher in Mutterzellen eingeschlossen waren, so wie die Samenfaden, vereinzelt in den Hoden sich finden. Kerne der primären Zellen. Rernkörperchen, Nucleoli. Schleiden und Schwann. ^ Die Kerne sind runde, scharf umschriebene, dunkle Körper, von einer mittleren Grösse von 0,001—0,0015' und Extremen von 0,0005—0,005', die, allem Aussehen nach, auch bei den stärksten Vergrösserungen keinen Unterschied zwischen Hülle und In- halt zeigen, sondern vollkommen homogen erscheinen. Doch gibt es einige Thatsacben, die vermulhen lassen, dass ihnen doch eine besondere Hülle zukomme. Ihr Aussehen lässt auf öl- oder fettarlige Körper schliessen, eine Vermuthung, die ihrer Aebnlicbkeit mit den Elementarkörnchen wegen, die an vielen Orten nachweisbar aus Fett bestehen, ♦) Diese Bläschenhaufen hat v. Siebold schon längst bei mehreren Arten von Echinorhynchus {Müller's Archiv, 1836, pag. 232] gesehen, freilich ohne deren Beziehung zu deren Samenfaden zu kennen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22290527_0159.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)