Lehrbuch der pathologischen Gewebelehre : mit einschluss der pathologischen Anatomie / von Eduard Rindfleisch.
- Eduard von Rindfleisch
- Date:
- 1886
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Credit: Lehrbuch der pathologischen Gewebelehre : mit einschluss der pathologischen Anatomie / von Eduard Rindfleisch. Source: Wellcome Collection.
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![liehe Verhältnisse, theils durch besondere ätiologische Momente bedingt werden und wegen ihres typischen Ablaufs bei ihrem Vorkommen an den verschiedensten Punkten unseres Körpers einer allgemeinen Schilderung fähig sind. a. Wundheilung>, Regeneration und Transplantation. Wundheilung. Betrachten wir zunächst die Entzündung, welche sich überall einstellt, wo eine stattgehabte Oontinuitätstrennung die Wiedervereinigung der getrennten Theile erforderlich macht. Wie ich oben sagte, kann man an keiner Stelle des Körpers einschneiden, ohne den Blutgefäss-Bindegewebeapparat zu treffen, ohne Bindegewebe an der Schnittfläche anstehend zu haben. Nun denn, es ist der Blutgefäss - Bindegewebeapparat, welcher durch Entzündungsprocesse von ganz typischem Verlauf die Wiedervereinigung bewirkt, mag das verletzte Organ die äussere Haut, oder ein Muskel, oder vielleicht die Leber sein. Wir unterscheiden eine Vereinigung per primam und per seeundam intentionem. Es giebt allerdings eine Art der Wiedervereinigung, welche so ausserordentlich schnell durch das einfache Aneinanderlegen der Wundflächen bewirkt wird, dass dabei jeder Aufwand von Exsudation erspart wird. Diese »im- mediate Union« [Macartney] wird auch von Thiersch [Pitha und BillroWs Handbuch der Chirurgie) bestätigt. Wir würden dieselbe also der prima intentio noch voran zu stellen haben. Bei der prima intentio tritt regelmässig eine die Wundränder verklebende Substanz auf. Dieselbe erscheint schon wenige Stunden nach der Veränderung und erweist sich zunächst und bei genauer Untersuchung [Thiersch) als das mit Blut- körperchen und Serum stark infiltrirte und in letzterem aufgequollene Bindege- webe der Wundfläche selbst. In zweiter Linie stellt sich dann die Auswanderung- farbloser Blutkörperchen aus den stark erweiterten Gefässen der Nachbarschaft ein. Die ganze Kittsubstanz, sowie das anstossende Bindegewebe werden von ihnen durchsetzt, so dass zuletzt eine continuirliche Schicht embryonalen Binde- gewebes die getrennten Theile vereinigt. Jetzt kommt Alles darauf an, dass auch die gewaltsam unterbrochene Circulation wieder hergestellt werde : Es geschieht dies im Allgemeinen durch Gefässneubildungen von den noch wegsamen Capillaren aus. Für das Geschehen im Einzelnen sind neuerdings von Thiersch Data beige- bracht worden, welche, wenn sie sich in der ihnen von jenem Autor gegebenen Deutung bestätigten, unsere Ansichten über Gefässneubildung überhaupt nicht unwesentlich erweitern müssten. Thiersch fand die Schnittenden der Gefässe durch Ueberwucherung von Zellen wenige Stunden nach der Verletzung geschlossen und etwas ausgeweitet, aber selten mit einem Blutgerinnsel erfüllt. Injicirte er um diese Zeit eine warme Leimmasse, so fand er nach der Erhärtung des Präparates in Alkohol 1. an der Oberfläche des keulenförmigen Leimthrombus abgelöste und isolirte, auch proliferirende Endothelzellen aufgekittet; 2. eine eigenthümliche Configuration eben dieser Oberflächen, nämlich zahlreiche stachlichte, wie abge- brochene Fortsätze, welche die Gefässwand perforirten und sich bei näherer Un- tersuchung als die Wurzeln eines mit Leim gefüllten sehr zierlichen intercellularen Canalsystems erwiesen. Thiersch sieht in diesem Canalsystem eine vorläufige Er- nährungseinrichtung, eine Vascularisation vor der Vascularisation, und erklärt 7*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21074689_0115.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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