Entwurf zu einer physiologischen Erklärung der psychischen Erscheinungen / von Sigmund Exner.
- Sigmund Exner
- Date:
- 1894
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Credit: Entwurf zu einer physiologischen Erklärung der psychischen Erscheinungen / von Sigmund Exner. Source: Wellcome Collection.
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![schon verhältnissmässig wegsam vorfindet, durch deren Erregung eine combinirte Schrittbewegung zu Stande kommt; es ist dies, wie wir sehen werden, auch bei vielen Willkürbewegungen der Fall, so dass diese Action schon grosse Aehnlichkeit mit einer eigentlichen Willkürbewegung hat. Es kann eben, so wie im automatischen Centrum der Zwang, hier wenigstens die Tendenz für die entsprechende Succession obwalten, d. h. die physiologischen Eigenschaften und die Verwandtschaften des Eückenmarkes, welche dort die Succession besorgten, sind hier schwächer entwickelt, so dass sie erst durch bestimmtere, vielleicht auch kräftigere Bahnungen und Erregungen des höheren Organes wirklich zur Auslösung gelangen. So wird dieses mithelfen müssen, das wenig ausgebildete automatische Centrum im Gang zu erhalten. Was endlich die verschiedenen Gangarten eines Thieres an- belangt, so hat man nicht nöthig, für jede derselben ein eigenes automatisches Organ anzunehmen. Wir wissen, dass vom Gehirn aus Bahnen des Centralnervensystems fahrbarer gemacht, und dass andererseits solche gehemmt werden können. Wir brauchen in unserem Schema nur anzunehmen, dass die beschriebenen Bahnen, welche die Centren der Beine verbinden, gehemmt sind, so dass sie die be- schriebene Succession nicht bewirken, dafür eine Verbindung (die nicht gezeichnet ist, aber sicher besteht) zwischen Vv und Jffy v gebahnt wird, ebenso auf der anderen Seite, so geht das Thier im normalen Trabschritt, d. h. es bewegt das rechte Vorderbein zu- gleich mit dem linken Hinterbein nach vorwärts. Bei weniger heftiger ]\luskelaction geht es im Schritte. Es soll damit nicht gesagt sein, dass mit jener Innervation, welche diese functionelle Umgestaltung des automatischen Organes besorgt, nicht gleichzeitig auch nach auf demselben Wege Aenderungen in jedem einzelnen Kerne einer Extremität hervorgerufen werden, ich will vielmehr nur zeigen, dass auf diesem Wege durch dauernde Innervation von oben her das automatische Organ verschiedenen Zwecken dienstbar gemacht w^erden kann. Es ist überhaupt nöthig, sich auf Grund der besprochenen typischen Erscheinungen der Hemmung und Bahnung, die Vorgänge in den nervösen Centralorganen wesentlich durch diese beeinüusst vorzustellen. Die von anderen Centralorganen, z. B. dem Gehirn, kommenden Impulse wirken, indem sie die wesentlich automatisch und reflectorisch wirkenden Centren des Rückenmarkes durch Bahnung und Hemmung beeinflussen. Impulse verschiedener Fasern haben natür- lich verschiedenen Einfluss, und so kann man von einer „Umstimmung](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21051318_0123.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)