Volume 1
Handbuch der Krankheiten der weiblichen Adnexorgane / herausgegeben von A. Martin.
- Date:
- 1895-1906
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Credit: Handbuch der Krankheiten der weiblichen Adnexorgane / herausgegeben von A. Martin. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![mit der geschlechtlichen Fortpflanzung stehen. Drei verschiedene Auf- gaben von besonderer Wichtigkeit sind es, welche die Oviducte hier- bei zu erfüllen haben. Einmal haben sie das aus einem Ovarialfollike] entleerte Ei aufzunehmen und zum Uterus hin zu befördern und so als Ausführungsgänge für die weiblichen Sexualdrüsen zu fungieren, ferner dienen sie als Kanal, durch welchen das im Anschluss an eine statt- gehabte Copulation in die Uterushöhle eingedrungene Sperma bis zum Fimbrientrichter gelangt, endlich müssen wir annehmen, dass sie die Organe sind, innerhalb deren die passend als Imprägnation bezeichnete Befruchtung des Ovulum sich normalerweise vollzieht. Die Bewegung der Cilien, die jedenfalls schon am Ende der Fötalzeit an den Cylinderepithelien der Eileiter vorhanden sind, soll nach der am weitesten verbreiteten Anschauung bei der Wanderung des Eies in und durch die Tube eine wichtige Bolle spielen. Be- obachtet wurde ihr von innen nach aussen gerichteter Wimperschlag zu- erst beim Kaninchen, dann auch bei andern Säugetieren, Vögeln und Amphibien von Valentin und Purkinje. Mayers, Entdeckung von dem Vorhandensein von Flimmerepithel am Peritoneum des Frosches ver- anlasste alsdann Joh. Müller, auch dem wimpernden Epithel der Säuger einen grossen Anteil an der Aufnahme des Eies in den Oviduct zuzu- schreiben. Über die Mechanik der hierbei in Frage kommenden Vor- gänge sprach sich zuerst 0. Becker deutlich aus, der darauf hinwies, dass schon von Geburt an durch die Flimmerbewegung in den Eileitern ein constanter Strom vom Ostium abdominale zum Ostium uteriuum hin er- regt wird, durch welchen ein gleicher Strom in der serösen Flüssigkeit an der Peritonealoberfläche der Ovarien entsteht, der dazu beiträgt, dem austretenden Ei seine Eichtling gegen die Abdominalpforte der Tube zu geben. Kiwisch schloss sich diesen Anschauungen 0. Beckers an, ebenso Kussmaul, welch letzterer noch daraufhinwies, dass durch die Congestion zu den Genitalien während der Menstruation und durch das Bersten des Follikels die Triebkraft des Flimmerstromes sowie auch die capillare Wasserschicht im Bauchfellsack zwischen den Eingeweiden der Becken- höhle in einer diesen Vorgängen förderlichen Weise vermehrt werden muss. Ohne von der schon früher von Mayer gemachten analogen oben erwähnten Beobachtimg zu wissen, fand Thiry, auf dessen Entdeckung sich die meisten neueren Autoren stützen, bei weiblichen Fröschen kurz vor der Brunstzeit Flimmerepithel auf dem Bauchfell, das in Streifen nach den Eileiterostien convergierend angeordnet war und nach ihnen hin wimperte. Bei männlichen Tieren und unentwickelten Weibchen der gleichen Art fehlte dasselbe. Eipigment, das Thiry auf diese Flimmerepithelstrassen verbrachte, wurde zuerst nach den Mün- dungen der Tuben, dann in dieselben hinein und schliesslich in den Eileitern selbst weiter befördert.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2041366x_001_0058.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)