Die konstitutionelle Disposition zu inneren Krankheiten / von Julius Bauer.
- Julius Bauer
- Date:
- 1917
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Credit: Die konstitutionelle Disposition zu inneren Krankheiten / von Julius Bauer. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![genetischen Aszendenz normalen Merkmal entspricht. ])abei ist übrigens v. H anse mann vollkommen beizustimmen, wenn er gegen den so verbreiteten Mißbrauch des Wortes Atavismus empfiehlt, nur dasjenige als atavistische Bildung gelten zu lassen, „was nach dem biogenetischen Grundgesetz zu irgend einer Zeit der Entwicklungsperiode bei dem betreffenden Individuum tatsächlich existiert oder wie ich lieber sagen möchte, bei der betreffenden Spezies oder Rasse normalerweise tatsächlich vorkommt. Wir werden im speziellen Teil die wichtigsten Bildungsfehler der einzelnen Organsysteme kennen lernen, hier wollen wir nur einige im folgenden nicht eigens besprochene Anomalien des Auges und Ohres anführen, wie nach Mongolenart schief geschlitzte Lidspalten und Epicantlms, Distichiasis, Mikrophthalmus und kongenitale Linsentrübungen (vgl. Thomsen), Colobome, Astigmatismus, Pupillarmembran, Pigmentflecke in der Iris, markhaltige Opticusfasern in der Retina u. a., wie Aplasie der Ohrmuschel (vgl. A pert), zu kleine oder zu große Ohren, mangelhafte Einstülpung des Helix, Aplasie oder Anwachsung des Ohrläppchens, Darwinsches Höckerchen, abstehende Ohren und verschiedene andere Deformitäten. Ganz allgemein sollen Entwicklungsfehler und Bildungs hemmungen häufiger links als rechts vorkommen (Del au nay, Fé ré). Daß sie sich vererben können, soweit sie konstitutioneller Natur sind, ist nach obigen Darlegungen selbstverständlich. Übrigens können auch amniogene Mißbildungen gelegentlich familiär gehäuft beobachtet werden, was auf eine familiäre kon stitutionelle Disposition zu abnormer Enge des Amnion bezogen wird (Jansen). Die alten Römer nannten gewisse Familien Nasones, Buccones, Labeones, um damit die familiäre Eigentümlichkeit der außergewöhnlichen Entwicklung des betreffenden Körperteiles zu bezeichnen x ). In voller Konsequenz rechnet Möbius auch die körperliche Häßlichkeit im allgemeinen zu den Degenerationszeichen. Es ist seit langem bekannt und Darwin hat speziell darauf hingewiesen, daß diejenigen Organe eine ganz besondere Variabilität aufweisen, also auch beson ders häufig degenerative Bildungsanomalien erkennen lassen, welche für die Existenz des Individuums geringe Bedeutung haben oder in phylogenetischer Rückbildung begriffen sind. Funktionelle Konstitutionsanomalien. Den Konstitutionsanomalien funk tioneller Art pflegt man meist viel weniger Aufmerksamkeit zu schenken als den morphologischen, ist ja ihre Kenntnis bzw. richtige Deutung wesentlich jüngeren Datums und auch heute eigentlich noch nicht Allgemeingut der Ärzte. Wir rechnen dazu alle jene Anomalien der Konstitution, welche einer morphologi schen Grundlage bisher entbehren. Hierher gehören die Idiosynkrasien, d. h. die konstitutionell anomalen Reaktionen des Organismus auf die Einwirkung gewisser äußerer Agentien, ferner die fermentati ven Anomalien des Stoffwechsels, Garrods „chemische Mißbildungen, wie die Alkaptonurie, Cystinurie, wahr scheinlich auch die Hämophilie u. a. und schließlich die konstitutionellen Ano malien der Arbeitsweise und Leistungsfähigkeit der einzelnen Organe. So individuell verschieden der Habitus, d. i. die äußerlich sichtbare Quote der Konstitution, und das Temperament, d. i. der psychische Anteil derselben, gewissermaßen der seelische Habitus, ist, so variabel erscheint uns nach den neuen Ergebnissen der Serologie auch die feinere biochemische Struktur der Organismen. Wir wissen heute von allerfeinsten individuellen Lnterschieden dieser Struktur und Avissen, daß auch diese wie alle anderen konstitutionellen Merkmale vererbbar sind (vgl. L. Hirschfeld). Nicht nur daß wir jenseits a ) Zit. nach Londe.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b18029115_0029.JP2/full/800%2C/0/default.jpg)