Volume 1
Lehrbuch der allgemeinen pathologie und der pathologischen Anatomie : für Ärzte und Studirende / von Ernst Ziegler.
- Ernst Ziegler
- Date:
- 1901-1902
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Lehrbuch der allgemeinen pathologie und der pathologischen Anatomie : für Ärzte und Studirende / von Ernst Ziegler. Source: Wellcome Collection.
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![in Muskeln und Drüsen sich vollziehenden chemischen Umsetzungen Wärme producirt wird, und zwar etwa so viel, dass der Körper in einer halben Stunde um 1 “ erwärmt würde. Dieser Wärme- production steht eine Wärmeabgabe gegenüber, welche wesentlich durch die Haut, die Lunge und die Auswurfsstoffe erfolgt. Sowohl die Wärmeproduction, als auch die Wärmeabgabe stehen unter dem Ein- fluss des Nervens.ystemes, und die von letzterem ausgehende Re- gulirung beider Vorgänge ermöglicht die Erhaltung einer constanten Temperatur. Bei einem Aufenthalt in niedrig temperirten Medien wird die Wärmeproduction (wesentlich durch Vermittelung der Muskeln) ge- steigert, die Wärmeabgabe durch Contraction der Hautgefässe und durch Hemmung der Schweisssecretion vermindert. Bei einem Aufenthalt in einem warmen Medium wird durch Er- höhung der Zahl der Respirationen, durch Erweiterung der Ilautarterien und durch Secretion von Schweiss die Wärmeabgabe gesteigert. Fig. 9. TemperaturcurVe einer Febris continua remittens mit langsam an.steigender und allmählich abfallender Temperatur (Typhus abdominalis). Bei jenen Zuständen, welche wir als Fieber bezeichnen, ist die R e g u 1 i r u n g der Wärmeproduction u n d d e r W ä i' m e a b g a b e gestört, und zwar zu Gunsten der Wärmeproduction, so dass die Temperatur des K ö i’ p e r s sich mehr oder w e n i g e r über d i e N 0 r m erhebt (Fig. 9—11). Temperatursteigerungen (im Rectum gemessen) bis zu 38® C werden als hoch normal, solche von 38 38,5 als leicht febril, solche von 38,5-39,5 als inässig febril, solche von 39,5—40,5 als ausgesprochen febril, solche über 40,5 (abends) als hoch febril, solche über 41 als liyp er py retisch be- zeichnet. Man kann beim Fieber vier Perioden unterscheiden. Die erste, welche als pyrogenetisches oder als Initial-Stadium oder als Stadium inerementi bezeichnet wird, entspricht jener Zeit, in welcher die zuvor normale Temperatur den für die betreffende Krankheit auf ihrer Höhe charakteristischen Durchschnittsgrad erreicht. Sie ist bald nur kurz (Fig. 10), eine halbe Stunde bis 2 Stunden lang und dann meist mit Schüttelfrost verbunden, bald länger (Fig. 9), ein bis mehreie Tage lang, und verläuft dann meist ohne Schüttelfrost, wohl aber kann Frösteln wiederholt Vorkommen. In der zweiten, als Fastigium bezeichneten Periode, deren Dauei je nach der Krankheit sehr verschieden ist und zwischen wenigen Stunden und mehreren Wochen schwankt, erreicht die 1 empeia ui einen oder mehrere acme-artige Giplel])unkte, zwischen denen mehr oder minder erhebliche Remissionen auttreten.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28124388_0001_0119.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


