Volume 1
Lehrbuch der allgemeinen pathologie und der pathologischen Anatomie : für Ärzte und Studirende / von Ernst Ziegler.
- Ernst Ziegler
- Date:
- 1901-1902
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Lehrbuch der allgemeinen pathologie und der pathologischen Anatomie : für Ärzte und Studirende / von Ernst Ziegler. Source: Wellcome Collection.
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![Das nekrotische Gewebe sieht bei anämischen Infarkten matt gelb-| weiss, oft lehmfarbig aus, Muskeln mit zalilreichen abgestorbenen, hyalin geronnen Muskelfasern sind blassröthlich, mattglänzend, fisch-| fleischähnlich. Der Gerinnungsnekrose verfallenes entzündetes Gewebej l wird ebenfalls trüb, undurchsichtig, grauweiss, doch kann diese Färbung ^ | durch Beimischung von Blut oder durch Imbibition mit Galle, z. B.'^ im Darm, erheblich verändert werden. ^ Das Gewebe, das der Sitz von Gerinnungsnekrosen ist, kann, wennlj- nur die empfindlicheren Theile abgestorben sind, in seiner Structuri'^;/ noch deutlich erkannt werden. Sind alle Theile verändert, so kann sich das ganze Gewebe in eine structurlose, kernlose oder kernarme hyaline ? oder körnige Masse verwandeln, und es kommt dies namentlich bei;;, Nekrose entzündeter Gewebe, die von Exsudat durchtränkt sind, sehr häufig vor. Durch geeignete Behandlung der Prä])arate lässt sich r ! nicht selten in diesen nekrotischen Herden eine intercelluläre fädige Ge-I- rinnung sichtbar machen, so zuweilen schon in ischämischen Infarkten, ;^ öfter aber noch in entzündlichen Gewebsnekrosen (Fig. 32j. T ! Fig. 33. Hyaline Nekrose oder wachsartige Degeneration der ^ Muskeln bei Typhus abdominalis, a Normale Muskelfaser, b Degenerirte, in Schollen zerfallene Muskelfaser, c Innerhalb des Sarkolemms gelegene Zellen, d Binde- gewebe, mit Zellen infiltrirt. Vergr. 250. Fig. 32. Coagulation s n ekrose inner- halb einer mächtig geschwellten mes- enterialen Lymphdrüse bei Abdomi- naltyphus (Alk. Fibi'infärbung). Fibrinnetz zw’ischen den nekrotischen Zellen. Vergr. 300. Die Verkäsung ist eine der Coagulatiousnekrose zuzurechnende ; Form der Nekrose, bei welcher das abgestorbene Gewebe das Aussehen des Hart- oder des Rahmkäses bietet. Im ersteren Falle ist das abge- ; storbene Gewebe fest, gelblichweiss, hartem Käse oder der blasse einer' rohen Kartofiel ähnlicli; im zweiten Falle ist es weiss. weich, bald trocken, bald feucht, nicht selten zu einer breiigen rahmigen Masse zerfliessend. Die Verkäsung kommt in ihrer ty])ischen Form am häufigsten bei. t u 1) e r k u 1 ö s e n G e w c b s u e u b i 1 d’u n g e u vor und bildet hier das tyi)ische Ende der regressiven Veränderungen. Daneben kommt sie auch in sy])hilitischen Granulationswucherungen und in zellreicheu Ge- schwülsten vor, und es können sich auch entzündliche Ausschwitzungen in käsige Massen umwandcln. Der Process der Verkäsung zelliger Gewelie, wie er den tuber-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28124388_0001_0204.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


