Die Anatomie des Auges bei den Griechen und Römern / von Hugo Magnus.
- Magnus Hugo, 1842-1907.
- Date:
- 1878
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Credit: Die Anatomie des Auges bei den Griechen und Römern / von Hugo Magnus. Source: Wellcome Collection.
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![nungen der Meibomischen Drüsen beziehen, ein Versuch, der wohl um so berechtigter erscheinen wird, wenn man den weiteren Wortlaut un- serer Stelle, durch welche in deuthchster Weise auf das fettige Secret jener Drüsen aufmerksam gemacht wird, in Berücksichtigimg zieht TJebrigens stehe ich mit dieser Auffassung der fraglichen Stelle nicht vereinzelt da, vielmehr hat Philippson^ die Möglichkeit einer derartigen Erklärung bereits auch schon angedeutet. Die Conjunctiva dürfte in der voralexandrmischen Zeit noch nicht in ihrer gesonderten anatomischen Wesenheit erkannt worden sein ^; wenig- stens entdeckt man bei keinem Schriftsteller dieser Epoche eine Beschrei- bung derselben. Dagegen scheint man in der Erkenntniss gemsser accessori- scher Organe der Bindehaut bereits besser miterrichtet gewesen zu sein; und zwar war dies ganz besonders hinsichtlich der Püca semilunaris der Eall, welche Aristoteles ^ bei gewissen Vögelarten recht charakteristisch schildert. Ob aber diese Kenntniss sich auch auf die imi Vieles kleinere und winzige Plica semilunaris des menschlichen Auges erstreckt haben mag, muss zum Mindesten zweifelhaft erscheinen. Die einzige Stelle in den Werken d^: Aristoteles, welche man etwa in diesem Sinne auslegen könnte, ist keines- wegs so klar und überzeugend, um aus ihr allein den Schluss ziehen zu dür- fen, Aristoteles habe diese Haut auch beim Menschen bereits gekannt. Die fragliche Stelle findet sich in der Thierkunde Lib.I. Cap. 8 und lautet: „lav 8'oiov 6t xTsvs? xpswSs? s'xujoi TO Tipoe fiuxT-fjpu in der Wimmerschen Uebersetzung: „wenn aber die an der Nase hegenden (nämlich Augenwinkel) eine Axt von fleischiger Falte haben. Es ist klar, dass der Ausdruck, x-ivs; xpsJiSec, fleischige Falte auf unterschiedliche Weise gedeutet und auf verschiedene, im nasalen Winkel gelegene Organe bezogen werden kann; so glaubt Schneider* in der beti-effenden Wendung einen Hinweis auf die rudimentäre, aber pathologisch vergrösserte Mckhaut des Menschen zu erblicken, eine Annahme, welcher auch Aubert und Wimmer zuneigen, während dagegen Wallroth ^ die fi-agüche Stelle auf die Caruucula lacry- 1 YXt]. p. 230. 3 Selbst in den Stellen der liippokratischen Sammlung, wo in directester Weise von Operationen gesproclien wird, welche sich ausschliesslich an die Conjunctiva wandten, wird doch dieser Membran selbst nicht gedacht. 3 De partibus animal. Lib. H. Cap. 13, dort heisst es: „a-Aopoa.ajtxoucji 5' ot opvt&£? iy. xmv -/.avaav u[ji£vi, es blinzeln aber die Vögel aus den Augenwinkeln mittelst eines Häutchens. 4 Aubert und Wimmer. Bd. I. Cap, 8. p. 217. Aiimerk; „der Schneider'sche le>t lautet: intelligit Aristoteles vestigium illud membranae nictantis in angulo anteruo oculi humani latens, quod si in carunculam majorem vitio naturae aliquo exerevent, medici graeci i-m'^^iha dicere solent. 5 p. 49.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21714125_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)