Die Anatomie des Auges bei den Griechen und Römern / von Hugo Magnus.
- Magnus Hugo, 1842-1907.
- Date:
- 1878
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Credit: Die Anatomie des Auges bei den Griechen und Römern / von Hugo Magnus. Source: Wellcome Collection.
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![• iHirsch^ mit der jeden Zweifel ausscliliessendeu Behauptung auftritt: .„Ton einer Kenntniss der Linse findet sicli in den Schriften der vor- :alexandriuischen Zeit Nichts so möchten mv diesem Ausspruch gegen- ' über unsere Bedenken denn doch nicht unterdrüclfen, und können ßohlfs ^ iuur beistinuneu, wenn er den allzu sicheren Charakter dieser Behauptung ibeanstandet. Ueberdies fehlt es in der Literatur auch nicht an Autoren, ^ welche das gTade Gegentheil von der Hii-sch'schen Behauptung ausspre- ichen; so sagt z. B. StenzeP: „Hippokrates humorem crystallinum de- ttexit. Ferner tritt der grosse Haller*, worauf bereits Rohlfs auftnerk- ssam gemacht hat, für die Kenntniss der Linse in der voi-alexandiini- sschen Zeit em; ingleichen bemerkt Andreae ^ zu der bekannten Stelle aus >de carnib.: „Die Feuchtigkeit des Auges ist leimartig; denn mehrmals 1 beobachteten wir nach dem Bersten des Auges das Hervortreten einer leimartigen Feuchtigkeit, welche, solange sie noch warm ist, flüssig bleibt, >sobald sie aber erkaltet, trocken wurde wie durchsichtiger Weihrauch. . „Ohne Zweifel ist hier die Krystalllinse gemeint, ein Ausspruch, der in • dem Munde eines so gewiegten Kenners der antiken Ophthalmologie, wie (es bekannthoh Andi-eae war, doch immerhin eine gewisse Beachtung ver- < dient. Und überdies passt der hippokratische Ausdruck: „wie durch- >sichtiger Weihrauch ebensogut, ja wie es mir dünken will, sogar noch 1 besser auf die Linse, als wie auf den Olaskörper. Uebrigens können auch inoch Stellen aus anderen Autoren der voralexandrinischen Epoche beige- bracht werden, welche es doch sehr misshch erscheinen lassen, die Kennt- niss der Linse jener Periode so ohne Weiteres abzuerkennen. So spricht z. B. Ai'istoteles ^ bei der Untersuchung des Embryonenauges von einer >weissen, kalten, gegen Licht starkglänzendeu Flüssigkeit, welche von fso berufenen Auslegern des Ai-istoteles, wie es Aubert imd Wimmer ^ ■sind, geradezu als die Linse angesprochen wird. Man dürfte hiernach also wohl besser thun, die Frage: haben die Aerzte der voralexandrini- ?schen Zeit die Linse bereits gekannt? noch offen zu lassen, und sogar •die Möghchkeit einer Bejahung derselben für wahrscheinlich zu erklären. 1 Bd. 7. p. 242. 2 Kritik der Geschichte der Augenheilliunde von Hirsch in: Schmidt Jahrbücher 11877. Nr. 1. p. 109 ff. Sect. II. p. 19. * Elcmenta phys. Bd. V. p. 397 und De carnibus. Bd. II. p. 3. 5 Augenheilkunde des Hippola-ates p. 58. Hist. animal. Lib. VI. Cap. 3; die betreffende Stelle lautet im Original: -^■<icpatpo'jp.cvo'j 0£ Toü oipjxaTo; b'fpm l'veoTt Xsuxöv -/.at i'jypöv, ocpoopa oxlXßov Tipo; zi]^ ■■.i^Y'C' OT£p£ov o'o'jftiv. 7 Bd. II. ]). 15. Anm. sagen jene beiden Autoren: die Worte ct(X,3ov u. s. w. 'Weisen darauf hin, dass er (nämlich Aristoteles) die Krystalllinse vor sich gehabt hat.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21714125_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)