Die Anatomie des Auges bei den Griechen und Römern / von Hugo Magnus.
- Magnus Hugo, 1842-1907.
- Date:
- 1878
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Credit: Die Anatomie des Auges bei den Griechen und Römern / von Hugo Magnus. Source: Wellcome Collection.
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![Von genau denselben Anschauungen, ^ne die soeben erörterten, iiigen jene Autoren aiis, welche den Sehnerven als icdpo; bezeichneten; '>o Empedocles, Alcmaeon, Aristoteles u. A. Der Ausdruck iropo; urde von der griechischen Mediciu dazu benutzt, um die verschiedensten •i-oane des Köi-pers zu charakterisii-en, sofern üinen eben der Begriff >; hohlen, gangartigen vindicii-t. werden soUte; so figurh'ten die Luft- hre, die üretheren, gewisse gTosse arterielle Zweige u. s. w. unter uesem Namen ^ Werfen wir- nun noch einen Bhck auf die speciellere Schilderung, 'Iche die voralexandrüiische Zeit von dem SehneiTen hinterlassen hat, . u beschi-eiben ihn die Hippoki-atiker als einen direct aus dem Gehirn im-ch den Schädel zum Auge ziehenden Strang^. Weniger klar ist die Schilderung, welche Democritus^ entwirft und die lautet: „ai cpXeßsc •:aTa tou; 6cpÖaXp.ou; euöeiai xai ovix[j.ai. Noch dunkler ist die von Uistoteles'* gegebene Beschreibung; sie sagt nänüich: „Von dem Auge :;ühren drei Gänge in das Gehirn, der grösste und der mittlere in das deine Gehirn, der kleinste in das Gehirn selbst, welcher letzterer am m:eisten • nach der Nase zu hegt. Die grössten nun verlaufen neben ein- imder, ohne sich zu veremigen, die mittleren aber vereinigen sich, was besonders bei den Fischen deuthch zu sehen ist, denn die mittleren •iegeu dem Gehirn näher als die grossen; die kleinsten aber sind am kleisten von eiaander entfernt und vereinigen sich nicht. Es ist offen- c-ar, dass dem Aristoteles bei dieser setaer Beschreibung ausser dem tlehnerven noch allerlei andere Theüe vorgeschwebt haben müssen; man i:önnte vielleicht an den Nervus trochlearis, oder abducens oder an Aeste l.es orbitalen Gefässsystems denken. Doch können derartige Deutungen iptica auf keinerlei klinische Beobachtungen, sondern war lediglich um- das Erzeug- liiss einer auf aprioristischen Vorstellungen entstandenen Speculation. 1 Man vergl. über diesen Punkt Philippson YXy]. Cap. V. § 2. p. 15 ff, woselbst iine umfassende Darstellung der Bedeutung, welche Ttöpo; in der voralexandrinischen üeit besass, sich findet. Sodann möchte ich noch darauf hinweisen, dass bei Plato (Meuou) von Gängen ies Auges die Eede ist, welche offenbar mit dem Sehnerven in keinerlei Beziehung gebracht werden können; vielmehr sollen unter dem Ausdrack Gang hier minimale, las Auge durchsetzende, hypothetische Gänge verstanden werden, die man für das 'ustandekommen des Sehactes für nothwendig hielt, insofern man in ihnen die Sahnen gefunden zu haben glaubte, auf welchen das dem Auge entströmende und «las Sehen erzeugende Pluidum in die Aussenwelt gelangen sollte. 2 De camibus. 3 Philippson. YXr,. Theophrast, de sensu p. 126 u. 127. Philippson übersetzt liese Stelle: „venae denique contra oculos apertae et sine humore. ■1 Thierkunde. Lib. I. Cap. 16. § 68.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21714125_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)