Die Anatomie des Auges bei den Griechen und Römern / von Hugo Magnus.
- Magnus Hugo, 1842-1907.
- Date:
- 1878
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Credit: Die Anatomie des Auges bei den Griechen und Römern / von Hugo Magnus. Source: Wellcome Collection.
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![haben, wenigstens bemerkt Celsus liinsicMlich seiner: „Veras ergo anguli ifinis utique noscendus est. Anch. Demostlienes Philaletes (Aetius. Tetr. II. •Sermo m. Cap. 44) erwälint der Caruncula und spricht auch bereits won gewissen pathologischen Veränderungen derselben. Die Häute, welche die Bulbuskapsel bilden und deren flüssigen Unhalt umschliessen, waren während dieser Epoche vielfach Gegenstand feingehender Untersuchungen und zwar büdeten den Ausgangspunkt für iialle derartigen anatomischen Arbeiten .die bahnbrechenden Untersuchungen (des Herophilus. Seine Beschreibung des anatomischen Baues, sowie der (topographischen Verhältnisse der einzelnen Theile des Auges und vor .Allem seiner Häute ^ blieb nicht bloss in dieser Periode, sondern auch in den späteren Epochen des Alterthums bis tief in die neuere Zeit die ^undlegende und allgemein anerkannte; sowie auch die von ihm ge- lbrauchte Nomenclatur schliesslich die allgemein übliche geworden ist. Die Anzahl der Augenhäute gab man jetzt allgemein auf vier^ an, mämlicli: eine äussere, mittlere und innere Haut, zu welchen sich als vierte die vordere Linsenkapsel gesellte; zählt man hierzu noch die Con- (junctiva, so wüi-de man die Zahl der den Forschern dieser Periode be- kannten Augenhäute auf fünf erhöhen können. Hinsichtlich der specielleren Beschreibung dieser verschiedenen Häute begegnen wir nmi folgenden Angaben: Sclerotica mit Cornea wurden unter dem Namen xspaTosiBi]'? ils die äusserste Schale der Bulbuskapsel zusammengefasst, galten also Mr ein einziges, durchaus zusammengehörendes Organ^. Ihren beson- ' deren EigenthümUchkeiten suchte man in der Weise gerecht zu werden, iass man die Sclera als Xeuxov, tunica alba, comea opaca, die Hornhaut aber ils comea peUucida oder schlechtweg Cornea bezeichnete. Ueber die ana- 1 Marx p. 27 sagt gi-ade über diesen Punkt: „Die Häute 'des Auges beschrieb 3r sehr genau und belegte sie zum Theil zuerst mit besonderen Benennungen. 2 Wenn Brücke p. 37. die Zahl der bei Eufus beschiiebeuen Augenhäute auf sechs angiebt, so rührt dieser scheinbare Widerspruch mit unseren Angaben nur iaher, dass er die äussere und mittlere Augenhaut je in zwei besondere Häute: Sclerotica mit Cornea und Chorioidea mit Iris zerlegt. Doch hält er sich hierbei licht streng an das von den Alten gegebene Eintheilungsprincip, denn diese betrach- ;eten Comea wie Iris nicht als selbstständige Organe, sondern' nur als Theile grö- ßerer Häute. Die Cornea wird mit der Sclerotica sowohl von Celsus, wie auch von ßufus mit dem gemeinsamen Namen xepaxoeiS?!?, und Iris und Chorioidea mit der ezeichnung ^aYostoTj? belegt. Streng genommen galten Cornea und Iris hiernach also noch nicht als besondere anatomische Existenzen, sondern nur als Abtheilungen anes grösseren Organs, wenigstens ist dies bei Celsus der Fall, während Rufus die anatomisclie Ungleichheit der Sclera und Cornea bereits ziemlich naclidrücklicli etont. 3 Celsus. Lib. Vil. Cap. 7. Suidas II. p. 349. Pollux II. Cap. 4 p. 187 u. 188.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21714125_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)