Die Anatomie des Auges bei den Griechen und Römern / von Hugo Magnus.
- Magnus Hugo, 1842-1907.
- Date:
- 1878
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Credit: Die Anatomie des Auges bei den Griechen und Römern / von Hugo Magnus. Source: Wellcome Collection.
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![f. 54 Dritte Periode. nach vom in eine eigeutMünliclie Verlängerung auslaufen und von hier verschiedene dünne und spinnenwebeartige Verbindungen zur Linse entr senden-sollte. Diese vordere Verdickung der Chorioidea, in welcher Avir das Corpus ciliare der modernen Ophthalmologie erblicken müssen, besteht nun, so fährt Galen (De usu part. Lib. X. Cap. 2) in seiner Beschreibung fort, im Wesentüchen aus einer Ansammlung zahlreicher feiner Gefässe, welche sehr dicht aneinander gelagert und den Haaren der Lider nicht unähnlich sind; schliesslich setzt sich nun diese vordere Chorioidealverlängerung als häutiges Band^ an den Linsenrand an und zwar iraifasst sie die Linse in einem gi'össten Kreis der Art, dass sie dieselbe in zwei Theile, in eine vordere und hintere Halbkugel, theilt Ausserdem ist gxade diese Gegend noch dadurch von Wichtigkeit, da» sämmtHche andere Häute des Auges hier zusammentreffen und eine wirkliche, innige Vereinigung mit einander eingehen; örthch entspricht dem Corpus ciliare an der Aussenfläche des Bulbus der Iris genannte Corneo-Scleralfalz. Was nun die physiologische Bedeutung des Corpus ciüare anlaugt, so scheint Galen dasselbe lediglich für ein Stütz- oder Festigungsorgan des Bulbus angesehen zu haben. Es sollte durch Vereinigung sämmtr lieber Augenhäute diesen gleichsam einen festen Haltepunkt bieten und sodann die Linse auf ihrem Platz erhalten, und einen Vorfall dei gläsernen Feuchtigkeit in die vorderen Käume der Bulbuskapsel. unmög lieh machen; eine Ansicht, welche die nachgalensche Augenheilkimd ohne eine eigene Kritik zu üben bis tief in die neuere Zeit zu der ihrigei gemacht hat. Die Function der Chorioidea sollte nach Galen wesenthch eine fi die Retina nutritive sein und zugleich in dem Schutz bestehen, den si^ derselben als Umhüllungshaut gewähre. Ihrem schwarzen Pigment vin-| dicirte er dagegen lediglich eine optische Bedeutimg, indem er annahm dasselbe sauge das in das Auge einfallende Licht ein, um es sodani gegen die PupiUe hin zu reflectiren. (De usu part. Lib. X. Cap. 6.] Die Eegenbogenhaut wird als ein directer Fortsatz der Chorioide angesehen, welcher verschiedentlich gefärbt^ und von einem centriüe ^ Die genauere Vereinigung zwischen Corpus ciliare und Linse scheint sie Galen in der Art vorgestellt zu haben, dass vom Corpus eil. aus ein Band naolj dem Linsenrand hin sich erstreckte, bevor es diesen aber noch zu erreichen vermochtej in zwei Blätter zerfiel, von denen das eine rings um den Linsenrand sich inscrirte das andere aber mehr sich an die hintere Fläche der Linse begab; wenigsten! scheint er eine doppelte Insertionsstelle an der Linse angenommen zu haben. Jeden falls ist aber die Galen'sche Schilderang höchst unklar und deshalb ein deutliche Bild seiner Vorstellungen kaum mit Sicherheit zu entwerfen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21714125_0058.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)