Volume 1
Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie : für praktische Aerzte und Studirende / von Hermann Eichhorst.
- Hermann Eichhorst
- Date:
- 1883-1884
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie : für praktische Aerzte und Studirende / von Hermann Eichhorst. Source: Wellcome Collection.
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![— lÜll — auch als Pericarditis. Bei manchen Ursachen (Krebs, Taberkel, Pyämie) ist die Prognosis schon um des Grrundübels willen eine schlechte. Auch Perforationsperitonitis gilt mit Recht als besonders gefährlich, obschon Heilungsfälle bekannt geworden sind. Man sei ausserdem mit Prognosis noch in Bezug darauf vorsichtig, als mit- unter sehr spät übele Folgen zu Tage treten. VI. Therapie. Die Behandelung muss zunächst in solchen Fällen eine causale sein, in welchen es sich um eingeklemmten Bruch, Coprostasis u. Aehnl. handelt. Gegen Peritonitis selbst verordene man absolute Ruhelage, zum E s s e n : Milch, Fleischsuppe , verdünnten Rothwein mit Eis- stückchen, bei starkem Durste reine Eisstückchen oder Fruchteis. Man lege einen dünnen, nicht beschwerenden warmen Breiumschlag auf den Leib und reiche Opium purum 0*03 anfangs 1-, späterhin 2stündlich. Besteht hartnäckige Stuhlverstopfung, so kann man durch Wasserinjection alle 3—4 Tage Stuhl herbeizuführen suchen. Manche Autoren geben an Stelle warmer Cataplasmen Eisblase oder kallen Ueberschlägen den Vorzug, doch wird mau oft Kranken begegnen, welche dergleichen nicht vertragen. Venaesection, welche früher vielfach geübt und warm empfohlen wurde, ist mit Recht aufgegeben, denn sie ist im Stande den drohenden Kräfteverfall noch schneller herbeizuführen. Höchstens versteigen sich noch manche Autoren zur Anwendung von 10—HO Blutegeln, wenn-die Schmerzen sehr gross sind. Auch hat man mit Recht die englische Behandlungsmethode der Bauchfellentzündung mitQueck- silberpräpa rate n verlassen (Calomel innerlich, Ung. Hydrargyr. cinereum, auf Oberschenkel eingerieben oder auf wollene Lappen gestrichen und die Bauchhaut damit überdeckt bis zu Beginn von Salivation), nur bei Peritonitis puerperalis will man von Calomel Erfolg gesehen haben. Empfohlen ist auch Ol. Terebinth. innerlich und zu Umschlägen. Zuweilen tritt die Forderung heran, gegen einzelne Symptome besonders zu Felde zu ziehen. Bei heftigem Erbrechen mache man subcutane Mo rphiumihjection (l [30] V4—V2 Spritze); das Gleiche geschieht gegen quälenden Singultus. Auch hat man dagegen mit Chloroformirung angekämpft. Ist der Meteorismus so hochgradig, dass Erstickungsgefahr droht, so muss man mit kleinen Troicarts die Därme punctiren; doch ist das-nicht ganz ohne Gefahr, indem es zu Austritt von Darminhalt kommen kann, wodurch die Peritonitis leicht putriden Charakter annimmt, v. Bamberger empfahl, ein Schlundrohr tief vom After aus in den Mastdarm hineinzuführen und Gas aus den Därmen herauszulassen, nur führt der Vorschlag nicht immer zum Ziele. — Gegen sehr anhaltendes und hohes Fieber dürften sich subcutane .Injectionen von Chinin (mit Aq. destillat. et Glycerini püri aa.) empfehlen. Bei chronischer Peritohitis werden, um Exsudate zum Schwinden zu bringen, Resorbentien nothwendig sein, obschon man daran keine zu grossen Hoffnungen knüpfen darf. Es kommen neben kräftiger Kost Jod-, Eisenpräparate, .Jodeisen, Jodpinselungen, andauernde ('ataplasmen, wiederholte Vesioantien in Betracht. Bei eiterigem Exsudate hat man mehrfach mit Erfolg Ihcisien vorge- nommen und die Resultate von Winge, Kaisej'& Kussmaul sind wohl geeignet, zur Nachahmung aufzufordern. 64-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20414250_001_1029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


