Volume 1
J. von Mering's Lehrbuch der inneren Medizin / bearbeitet von G. v. Bergmann [and others] ; herausgeben von L. Krehl.
- Joseph von Mering
- Date:
- 1922
Licence: Public Domain Mark
Credit: J. von Mering's Lehrbuch der inneren Medizin / bearbeitet von G. v. Bergmann [and others] ; herausgeben von L. Krehl. Source: Wellcome Collection.
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![lieh 0,03 per os oder im Suppositorium) stillgestellt. Das Opium wird während 8—10 Tagen nach Erscheinen des letzten Blutes, zuletzt in ab¬ nehmender Dosis, gegeben. Eine Eisblase auf dem Leib soll ähnlich wirken. Man hüte sich, den Kollaps nach einem stärkeren Blutverluste sofort durch Excitantien zu bekämpfen. Die Beschleunigung des Kreis¬ laufes führt leicht zu . erneuter Blutung. Wiederholen sich die Blu¬ tungen in bedrohlicher Weise, so sieht man gelegentlich nach dem Ein¬ nehmen von 20—40 g Gelatine in erwärmter Zitronenlimonade, in war¬ mem Kaffee oder dgl. Stillstand der Blutung. Die subkutane Einsprit¬ zung von 2—4 g Gelatine in 20—40 ccm 0,6°/0iger Kochsalzlösung nach sorgfältiger Sterilisation der Lösung (vorrätig bei Merck [Darm¬ stadt]) ist weniger zu empfehlen. Sehr günstig wirkt oft die subkutane Einspritzung von Blutserum, am einfachsten z. B. von Diphtherie- serum. Der Gefahr der Verblutung wird am besten durch subkutane Infusion steriler physiologischer Kochsalzlösung entgegengewirkt. Erscheinungen peritonitischer Reizung, Schmerzen, Erbrechen, schlechter Puls erfordern ebenfalls absolute Ruhe, vorsichtige Ernäh- rung, Opium und Eisapplikation auf das Abdomen, um einer etwa drohenden Perforation vorzubeugen. Ist sie eingetreten, so muß mit einem Chirurgen die Frage der Operation besprochen werden. Erscheint ein Eingriff untunlich, so sind die Beschwerden der Kranken durch große Dosen Morphium und Opium möglichst zu lindern. Auch hier bessert eine Eisblase die Schmerzen. Empfehlenswert s'ind weiter sub¬ kutane Infusionen physiologischer Kochsalzlösung. Eine beginnende Kreislaufstörung sucht man zunächst durch reich¬ lichere Nahrung zu bekämpfen. Wird die Kreislaufschwäche hoch¬ gradiger, so gibt man subkutan Coffein (Rp. Coffein, natrobenzoic. 2,0, Aq. dest. 10,0, 1 3mal täglich 1 ccm), Kampfer (Rp. Camphorae tritae 1,5, 01. olivar. 10,0, 2—3stündlich 2 ccm, höchstens 3mal täg¬ lich) oder das empfehlenswerte Adrenalin (1—5mal täglich 0,5—1 ccm der käuflichen sterilen Lösung 1:1000), bei schwerem Kollaps außer¬ dem starken Kaffee oder Tee, heiße Fleischbrühe, appliziert Senf teige, frottiert die Brust mit Äther. Auch die Digitalis (3—8mal täglich —er ^U^ver’ ^—4mal 1 Tablette Digipurat, 3—4mal 10 bis AJ Iropfen Digitalysat oder Digalen, bei schwerer Störung alle 48 bis , Stunden intravenös 0,25—0,75 mg Strophantin) kann zur Hebung der Herzkraft verwandt werden. Viel gebraucht wird bei hohen Tem¬ peraturen das Auflegen einer Eisblase auf das Herz. Es wird aber von älteren oder anämischen Menschen meist nicht gut vertragen. anfangs so lästigen Kopfschmerzen werden sehr gut durch Kälteapplikation auf den Kopf gelindert. Sie beruhigt auch manchmal leicht erregte oder delirierende Kranke. Genügt sie nicht, wirkt öfters em Antipyreticum (s. o.) recht günstig. Bei sehr großer Unruhe der Patienten, bei Schwierigkeit, sie im Bett zu halten, ist Bromkali (2,0 8,0, 1—2mal täglich, zu geben. Von Schlafmitteln sieht man besser ab. Große Aufmerksamkeit erfordert bei benommenen Kranken die Entleerung der Blase. Die übrigen Erscheinungen der Fieberperiode, etwaige Augen- oder Uhrenaffektionen, Parotitis, Venenthrombose, Dekubitus, Furunkel sind nach den üblichen Regeln zu behandeln. Eine spezifische Behandlung des Typhus ist mit der Ein¬ verleibung von abgetöteten Typhusbazillen, von Typhusimmunserum, von azillen und Immunserum zusammen (Petruschky) versucht wor- aen Einheitliche Resultate wurden damit wie mit anderen Methoden bisher nicht erzielt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31359991_0001_0054.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


