Lehrbuch der praktischen Augenheilkunde / von Karl Stellwag von Carion.
- Karl Stellwag von Carion
- Date:
- 1882
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Credit: Lehrbuch der praktischen Augenheilkunde / von Karl Stellwag von Carion. Source: Wellcome Collection.
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![der Bindehaut und Lider, welche neuralgische Anfälle im Bereiche des Trigeminus .-zu begleiten pflegen und durch die grosse Empfindlichkeit, welche sich bei Bestand e eines solchen Leidens im cervicalen Grenzstrange zu entwickeln pflegt. Auch Hassen sieh damit gewisse Fälle in Beziehung bringen, in welchen Traumen oder ] Erkrankungen einzelner Quintusäste, z. B. bei Zahnleiden, heftige Entzündungen des .Auges (Schiff) oder Sehstörungen (Amaurosis trifacialis) veranlasst haben. Man sieht aus Allem, dass die Annahme besonderer, dem Quintus eigentliiim- I lieber Fasern, welche die Fähigkeit besitzen sollen, die Gefässe des Auges activ ; zu erweitern und auch die Secretionen im Inneren des Auges zu beherrschen {llip- ipel, Grünhagen), ganz entbehrlich sind. Man kann um so ruhiger davon ab- ■ sehen, als die darauf bezüglichen Experimente bei der Unmöglichkeit, directe Ein- . griffe auf die sensitiven Fasern zu beschränken, viel an Werth verlieren und auch • sonst noch manche Bedenken erregen (Adamük, Wegner). Anderseits darf man wohl auch annehmen, dass die von Innervations- • Störungen der spnpathischen Nerven abhängigen Anomalien der örtlichen .Blutmenge für die sensitiven Nerven des betreffenden Gebietes eine Quelle •von Erregungszuständen werden können. Die Erscheinungen bei der Hemi- tpranie weisen darauf hin (Eulenburg, Gutmann). Sicher steht es, dass die i durch Gefässparalysen angebahnte Entzündung die Empfindungsnerven des Krankheitsherdes zu reizen und damit im fehlerhaften Kreise auf die sympathischen Fasern zurückzuwirken vermag. Im Binnenraume des Auges äussern sich die von den sensitiven Ner- ven auf die sympathischen Easern überpflanzten Erregungszustände in der Regel auch durch mehr oder minder deutliche Bewegungen der Pupille (Budge, Trautvetter, Donders, Gl. Bernard). Die Vermittler der Reflexe kön- nen hierbei ebensowohl das Gehirn als das Ganglion ciliare oder selbst die intraoeularen Ganglien sein. Die Bewegungen selbst sind je nach Umständen die Wirkung verschiedener Kräfte. Ein Theil derselben geht sehr langsam von statten, und bringt wahrscheinlich nichts anderes, als veränderte Span- nungszustände in der Gefässmusculatur, oder vielmehr einen davon abhän- gigen Füllungswechsel der Trisgefässe zum Ausdrucke. Der andere Theil erfolgt aber rasch, und wird unzweifelhaft vorwiegend durch die Thätig- keit der eigentlichen Bewegungsmuskeln der Iris bewerkstelligt. In einem wie in dem anderen Falle findet, ein Wechsel der Blutvertheilung im uvealen Stromgebiete statt. Es ist nämlich nachgewiesen, dass bei jeder Enuei- terung der Pupille das Volumen der Iris abnimmt, indem ein Theil des in den Irisgefässen enthaltenen Blutes in die Wirbelveneugeflechte der Ader- haut ausweicht, während bei der Verengerung der Pupille das Blut theil- weise wieder zur Iris zurückkehrt (0. Becker) und deren Volumen vergrössert. Es liegt nun auf der Hand, dass diese Fluxionen bei Bestand krank- r Processe im Inneren des Auges für die ohnehin schon gestörten Circulations- und Ernährungsverhältnisse nicht ganz gleichgiltig sein kön- nen, und dies zwar um so weniger, als jedwede Muskclanstrengung einen vermehrten Stoffwechsel mit sich bringt und unter pathologischen Verhält- nissen auch wohl heftige Reizzustände in den sensitiven Nerven anzuregen im Stande ist. Wird doch Muskelruhe allenthalben als ein hochwichtiger Factor bei Bekämpfung entzündlicher Vorgänge anerkannt. Insoferne fordern auch die Reflexe Beachtung, welche durch das in der inneren Hälfte des vorderen Vierhügelpaares gelegene Centrum (Flou- rens, Budge), von der Netzhaut aus auf die oculopupillaren Zweige des dritten Gehimncrven geworfen werden. Auch verdienen die Reflexe einige](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21641171_0_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


