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Credit: Die Neubildungen des Uterus. Source: Wellcome Collection.
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![Bietet die Kranke noch wenig Erscheinungen der „Krebscachexie, so wird sie leichter die Geburt und das Wochenbett überleben, als wenn sie schon hochgradig anämisch, cachektisch ist. Aus der Zusammen- stellung von Chantreuil über 60 derartige Fälle ergiebt sich, dass 25 Frauen während oder gleich nach der Entbindung starben, 35 er- holten sich zunächst, um später am Krebs zu Grunde zu gehen. Der Tod trat bei den 25 Kranken 6mal in Folge von Uterusruptur ein, 9mal durch Peritonitis, 7mal nach schweren Operationen (Incisionen, Wendung, Craniotomie, Embryotomie, Excision des Tumors), 3mal fehlen die Angaben der Todesursache. Von den Kindern kamen 29 lebend und 28 todt zur Welt, über 3 fehlen ebenfalls die Angaben. Colinstein fand von 126 Müttern 54 = 42,9 °/o, die sich nach dem Wochenbett erholten, während 72 = 57,1 °/o in oder nach der Geburt starben. Von 116 Kindern, über welche er Angaben fand, wurden lebend geboren 42 = 36,2%, todt geboren 74 = 63,8 °.o. Von diesen 74 Kindern gingen 7 durch Perforation oder Embryotomie zu Grunde, 1 durch Kaiserschnitt im 6. Monat, 14 dadurch, dass die Mütter unentbunden starben, 6 durch Verzögerung der Geburt, Wen- dung etc. Colin st ein eliminirt diese Fälle, als bedingt durch die Therapie und nicht durch den Gebärmutterkrebs und findet so eine Sterblichkeit von nur 38,8 °/o für die Kinder. Da die Therapie aber, mag sie richtig oder unrichtig im einzelnen Fall gewesen sein, wesentlich durch die complicirende Krankheit veranlasst war, so erscheint diese Elimination nicht ganz gerechtfertigt. Aus Herrn an's Zusammenstellung ergiebt sich, dass unter 180 Fällen 72mal die Mütter starben. Darunter llmal in Folge von Ruptura uteri. 13mal unentbunden. Von 114 Kindern wurden 58 lebend geboren. §. 80. Therapie. Bei den auf eine Lippe beschränkten Can- croiden der Portio vaginalis kann nach dem oben Auseinandergesetzten auf die spontane Geburt gehofft und dem entsprechend exspektativ zu- nächst verfahren werden. In allen andern Fällen muss jedoch unge- säumt eingeschritten werden, sobald sich der erkrankte Muttermund unter regelmässiger Wehenthätigkeit nur unvollkommen und langsam erweitert. Wartet man in diesen Fällen zu lange, so stirbt zunächst unfehlbar die Frucht ab und auf die Erhaltung dieser muss doch bei der unheilbaren Erkrankung der Mutter hauptsächlich Rücksicht ge- nommen werden. Auch da, wo bei partieller Erkrankung einer Lippe die Erweiterung nicht regelmässig von Statten geht, muss bald ein- geschritten werden. Die Mittel, die in solchen Fällen zur künstlichen Erweiterung des Muttermunds uns zu Gebote stehen, sind eigentlich nur zwei: die Erweiterung mittelst Kautschukballons von Barnes — denn Laminaria, Pressschwamm sind nicht wirksam genug — und Incisionen in die erkrankten Gewebe. Beides ist nur da ausreichend, wo kräftige Wehen vorhanden sind und der Ausdehnung des Krebses nach wenigstens noch Hoffnung vorhanden ist, dass die Natur die Geburt vollenden wird. In andern Fällen können möglicherweise die genannten Verfahren noch anderweitige Operationen ermöglichen. Savory r) dilatirte mit Barnes' ]) Obstetr. Transact, XVII, p. 82.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21021892_0263.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)