Klinische Vorlesungen über Psychiatrie auf wissenschaftlichen Grundlagen : für Studirende und Aerzte, Juristen und Psychologen / von Theodor Meynert.
- Theodor Meynert
- Date:
- 1890
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Credit: Klinische Vorlesungen über Psychiatrie auf wissenschaftlichen Grundlagen : für Studirende und Aerzte, Juristen und Psychologen / von Theodor Meynert. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
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No text description is available for this image![sagen, im ZusainmenLang mit ihnen, diese Phasen einer, clurcli vaso- motorisclie Gegensätze abgeänderten Nutrition im Aussenbilde der circulär Irrsinnigen vor Augen treten und greifbar werden. — Ludwig Meyer hat angegeben, dass die Kranken im manischen Stadium eine crliebliche Gewichtszunahme erfahren, im melancholischen Stadium dagegen eine erhebliche Gewichtsabnahme; ja, auch im Antlitze zeigen sich diese Innervationsphasen nutritiver Artais Turgor mit Blutfärbung und als Colla])S mit Erblassen. Mit Recht kann man sagen, dass zwischen dem Aussehen ein und derselben Kranken im manischen und im melancholischen Stadium ein Altersunterschied von 10—15 Jahren zu liegen scheint und dass die melancholisch Gealterte sich im manischen Stadium wieder verjüngt. Die nutritive corticale Functionshebung Avirkt daher hemmend auf das allgemeine subcorticale Gefässcentrum mit Einschluss der Gesammtarterien des Körpers. Die functionelle corticale Hemmung dagegen wirkt wie eine Begünstigung der subcorticalen Gefässinervation, der allgemeinen Arteriencontraction. Der Mechanismus der Melancholie ist zu einem vielleicht genügenden Verständniss zu bringen vom Gesichtspunkte des Kleinheits- wahn es aus unter Zahilfenahme der thatsächlichen Erscheinung der Hemmung und Vereinzelung der Associationen, sowie der motorischen Impulse. Die traurige Verstimmung ist ein gebundener Affect. Fragen wir uns, was ist überhaupt der Unterschied zwischen einer Wahrnehmung und einem Affect, zu deutsch einer Ergriffenheit? Was ist die Kennzeichnung letzterer? Es ist klar, dass nur ein quantitativer Unterschied zwischen Wahrnehmung und Affect, Ergriffen- heit liea't. Die Fino;er in Wasser von 40 Grad Reaumur getaucht vermitteln die Wahrnehmung einer gewissen Wärme. Diese Temperatur erscheint dem Gefühle höher, wenn wir die ganze Hand, den Vorder- arm eintauchen, also eine grössere Zahl von Hautnerven erregt wird. Tauchen wir den ganzen Arm mit der Schulter ein, so beginnt die Wahrnehmung von Wärme einem Affect, einer Ergriffenheit von Körperschmerz zu weichen, der beim weiteren Eintauchen von Körper- oberfiäche nicht mehr erträglich scheint. Der Unterschied zwischen Wahrnehmung und Affect war hier gleich dem Unterschiede in der Zahl der erregten Nerven, ein cjuantitativer. Die Wahrnehmung einer menschlichen Gestalt ist eine Leistung der durch sie erregten optischen Projectionsbündel und der Associations- bündel, welche ihr die Form des räumlichen Continuums verleihen. Der Affect, mit dem sich die Wahrnehmung einer menschlichen Gestalt umgiebt, beruht auf den reichhaltigen Associationsbeziehungen, welche derselben durch die Erinnerungen langjährigen oder belang- reichen Zusammenseins anhängt, oder einer Associationsfülle, die sich](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21067326_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)