Klinische Vorlesungen über Psychiatrie auf wissenschaftlichen Grundlagen : für Studirende und Aerzte, Juristen und Psychologen / von Theodor Meynert.
- Theodor Meynert
- Date:
- 1890
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Credit: Klinische Vorlesungen über Psychiatrie auf wissenschaftlichen Grundlagen : für Studirende und Aerzte, Juristen und Psychologen / von Theodor Meynert. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
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No text description is available for this image![Anssiclit beginnend, reagirte sie auf nothwendige Behinderungen sofort durch Zertrümmern von Gläsern, Fensterscheiben. Am 7. Mai auf die Klinik aufgenommen, spricht sie Mitte Mai von Hallucinationen bewaffneter Männer, bezeichnet die Behandlung und nothwendige , Internirung als Versuche bestochener Aerzte, sie zu ermorden, macht ' kühne Fluchtversuche, spricht verworrene Reden über eine Geburt, formt sich aus Bettzeug eine Art Wickelkind, so dass ihr Zustand bis zur Verworrenheit gesteigert erscheint. Nachdem sie sich des stählernen Griffes einer Broche bemächtigt hat, gräbt sie in die Wände der Isolirzelle Zeichnungen in einem Stile, wie ihn Schwind's Märchen als Muster geben, in welchen sie ihr nicht unähnliches Bild von Fratzen und oft nicht verständlichen Emblemen umgeben, auch im Sarge liegend, darstellt. In diesen nicht unkünstlerischen Zeichnungen ist sie sehr productiv, auch schreibselig. Ihre verworrenen, abgerissenen schriftlichen Ergiessungen betitelt sie: „Phantasie einer Wahnsinnigen, _Das Buch der Natur, verfasst vom lieben Gott. I. Band Electricität, 2. Band Magnetismus, Einband: Harmonie. In diesen Schriften zeigt sich eine verworrene Erfindungsgabe und in der Gestalt eines Harmonie genannten reizenden Kindes versteht sie sich selbst; aber so wie diese Auslassungen, zeigen auch abrupte Zerrbilder von Handlungen, dass ih]-e Krankheit bis zur Verworrenheit gesteigert ist, sie wirft Blätter, Geschirr, Tücher zum Fenster hinaus, damit diese Gegenstände sie an- ziehen und mit ihr in den Himmel fahren sollen. Den Aerzten wirft sie vor, sie wollen sich durch ihre Krankengeschichte berühmt machen und halten sie darum fest. Am 5. Juni in die Irrenanstalt übersetzt, leidet sie an diesem manischen Bilde allgemeinen Wahnsinns noch bis October 1878, im Ganzen über sechs Monate, spricht über viele Gesichtshallucinationen, hört sich rufen, hat das Gefühl des Fliegens, sie könne Kriege führen, könne die Brüder zu Königen, die Schwestern zu Princessinnen machen. Vor der Commission hält sie eine verworrene Rede über Electricität und Magnetismus, ein ander Mal nennt sie sich die Tochter des Kaisers, schon an ihren Haaren erkenne man eine Princessin. Vom October an zeigt sie ein viermonatliches Stadium lucidum, Anfangs Februar 1879 wird sie kleinmüthig, zweifelt, je wieder etwas leisten zu können, äussert Lebensüberdruss und weit- gehenden Kleinheitswahn. Dieses dritte melancholische Stadium ver- schwindet nach zwei Monaten, wonach die Kranke dauernd geheilt ist. Ein anderer Fall von circulärer Geistesstörung befällt als Melan- cholie nach zweiseitiger Iridectomie wegen Glaucom im J. 1870 einen damals 53jährigen Privatier aus sehr veranlagter Familie, dessen Vater geisteskrank starb, von dem ein Bruder epileptisch war und eine Schwester o-eisteskrank. Sechzehn Geschwister seien meist in frühester](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21067326_0043.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)