Ueber das Verhalten von Harn und Nieren der Neugeborenen / von A. Martin und C. Ruge.
- August Martin
- Date:
- 1875
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ueber das Verhalten von Harn und Nieren der Neugeborenen / von A. Martin und C. Ruge. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
32/60
![Wir machen darauf aufmerksam, dass also nach diesen Tabellen min Ausnahme des ersten Tages, an welchem ja, wie wir oben gesehen habenh viele Kinder überhaupt erst gegen Abend Urin lassen, der Eiweissgehall bis zum 6. Tage hin allmählich abnimmt, und vom 8. Tage an verschwindet I Weiter, dass der Morgens entleerte Harn häufiger Eiweiss enthält, als denfl des Abends entleerte, so dass während der ersten 8'Tage auf 24 albumenM haltige Morgenausleerungen (9 spurweise, 13 unbedeutende, 2 mässige) In] ebensolche Abendausleerungen (7 spurweise, 3 unbedeutende, 1 mässigeW kommen. Ueberbaupt war der Eiweissgelialt nur in 8 % der Fälle eilt) massiger, in 46 °/0 ein unbedeutender und in 46 °/0 ein spurweiser. Di<»jj ausgeleerten Mengen waren 4mal spurweise und 3mal unbedeutend bei dein Kindern, in deren Reihen nur je eine Ausleerung Eiweiss enthielt. In deiji 4 Reihen mit je 2 eiweisshaltigen Ausleerungen tvar der Eiweissgehalt j(i| tonal spurweise, in 3 Fällen unbedeutend, in 2 Fällen mässig. Was nun den Geburtsverlauf in seinem Verhältnis zu dem Albumen-fe gehalt betrifft , so waren die Kinder mit einmaliger Albumenausscheidung nach durchschnittlicher 12stündiger Geburtsdauer geboren worden. Hin | Kinder der 5 Reihen, in welchen je 2 albumenhaltige Ausscheidungen notirtu sind, zeigten ebenfalls eine durchschnittliche Geburtsdauer von 12 Stunden J Nur bei 2 derselben verzögerte sich die Geburt durch fehlerhafte Wehen-J thätigkeit auf 33l/0 resp. 46l/2 Stunden. Bei diesen Kindern war der Urirl der beiden ersten Tage Eiweissfrei; der Eiweissgelialt stellte sich erstjl ein am 3. resp. 4. Tage, um dann -vollständig zu verschwinden. Unter deifl 5 Kindern mit einer häufigeren Albumenausscheidung hatten 4 eine Geburts-fi (lauer von weniger als 71/3 Stunden durchgemacht und nur ein Kind ein« solche von 38‘/4 Stunden. Dieses Kind zeigte Albuinen am 1., 3. und 5. Tageil Die Knaben also mit häutiger und reichlicher Albumenausscheidung warein somit nach einer durchschnittlich kürzeren Geburtsdauer geboren, als di® mit einem geringeren Albumengehalt. Zudem aber ist der Albumengehalt eirty so schwankender, er tritt so unregelmässig und absatzweise auf, dass will einen Geburtseinfluss auf den Eiweissgelialt des Harns bei lebenden Kindern! nicht anzuerkennen vermögen, wenn überhaupt die Geburtsdauer als Maas-i stab dafür gelten darf, ob der Geburtshergang ein erschwerter ist oder nicht. Wichtiger erscheint es für diese so verschiedenen AlbumenausscheidungeiiJI die Entwicklungsstufen der Kinder in Betracht zu ziehen, und da stellt esi sich heraus, dass die mit nur einmaliger Albumenausscheidung ein Durcli-jj schnittsgewicht haben von 3001 Grm., die mit zweimaliger Albumenausscliei-jj düng 3140 Grm., die mit mehrmaliger 3238 Grm. Dabei sind die beiden | letzten Durchschnittsgewichte nicht so erheblich, dass, wie wir das oben ge- ; sehen haben, durch dieselben an sich ein Geburtshinderniss bedingt würde. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass damit allein bei diesen ver- hältnissmässig geringen Zahlen eine befriedigende Erklärung für das Aut- treten von Albuinen ini Harn nicht gegeben ist. Wir werden weiter unten](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22367640_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


