Die Tuberculose der Knochen und Gelenke : Auf Grund eigener Beobachtungen.
- Franz König
- Date:
- 1884
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Tuberculose der Knochen und Gelenke : Auf Grund eigener Beobachtungen. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University Libraries/Information Services, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the the Augustus C. Long Health Sciences Library at Columbia University and Columbia University.
152/190 page 138
![gar oft durch locale Yerkäsuiig- irgend eines Gebietes der Synovialis hervorgerufene Abscesse, die dann, zumal wenn sie an der Vorder- fläche des Gelenks, zur Seite der Strecker auftreten, nicht selten eine gewisse Selbständigkeit behaupten und also insofern als paraarticuläre angesehen und behandelt werden dürfen. Im Ganzen haben jedoch solche Abscesse geringe Heilungstendenz, sie breiten sich gern in den Spalträumen des lockeren Bindegewebes zwischen den Muskeln aus und füllen in der Kegel auch bald das Gelenk, von hier weitere Wanderungen des Eiters veranlassend. Während so in dem einen Falle ausgedehnte weiche Geschwulst durch Tuberkelgranulation und Abscess hervorgerufen wird, tritt in anderen offenbar nicht minder schweren Fällen die allgemeine Schwellung zurück. Es giebt näm- lich kein anderes Gelenk, welches in gleicher Art geeignet wäre, schwere Processe auf ein umschriebenes Gebiet zu beschränken, wie das Kniegelenk. Wahrhaft überraschend ist es, wenn man zuweilen bei Eröffnungen des Gelenks findet, dass ein schwer ostaler Process sich nur auf eine Hälfte des Gelenks beschränkt, von der Tibia oder vom Femur ausgehend, nur die benachbarte Synovialis inficirt hat, während von den Synovialfalten im Innern des Gelenks gleichsam ein entzündlicher Abschluss des erkrankten Gebietes geschaffen wor- den ist. So findet man unter Umständen das Gebiet der inneren Con- dylen durch eine neugebildete Scheidewand von entzündlichem Ge- webe, gleichsam einem neuen Synovialsack, gegen die von der Krankheit freigebliebene Aussenseite abgeschlossen. Innerhalb des kranken Synovialsacks sind schwere ostale Herde, eine tuberculose Tapete kleidet denselben aus, während das übrige Synovialgebiet verhältnissmässig gesund blieb. Oder auch es ei krankt die Patella und verwächst durch eine ringförmige Scheidewand mit dem Femur, so dass die Tuberculose sich wesentlich nur innerhalb des abge- grenzten Gebietes ausbreitet. In anderen Fällen ist der eigentliche Knochentheil des Gelenks erkrankt, aber der grosse Synovialsack auf der Vorderfläche ist ver- ödet, sei es nach vorhergegangener Vereiterung, sei es durch Flächen- vcrklebung, welche besonders gern bei Gelenken eintritt, die früh schon in starke Flexionsstellung kamen und darin verblieben. Diese Verhältnisse erklären auch manche Eigenthümlichkciten im Verlauf und bei] der Ausheilung tuberculöser Gelenke. So vor Allem die Thatsache, dass nicht selten noch nach langer Dauer der Erkrankung eine Heilung mit auffallend guter Beweglichkeit eintritt. Die Beweglichkeit wird vermittelt durch die gesund oder wenigstens](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21215960_0152.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image