Pathologie und Therapie der Nervenkrankheiten : fur Ärzte und Studirende.
- Ludwig Hirt
- Date:
- 1890 [i. e. 1888-90]
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Credit: Pathologie und Therapie der Nervenkrankheiten : fur Ärzte und Studirende. Source: Wellcome Collection.
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![SO ist sie nur mit Siibstanzverlust abzielibar. Was die letztere. die Hirnsubstanz betrifft, so ist dieselbe ödematös und füllt den Scliädel mehr als gewölmlicb aus. so dass die AVindungen abgeplattet erscheinen; dabei findet sich viel Flüssigkeit iii den Ventrikeln. Hydro cephalus internus. Die Blutungen, die sich in der Hirnsubstanz erkennen lassen, sind nicht über Stecknadelkopfgrösse und stehen vereinzelt, oder, be- sonders in der Xähe der Ventrikel wände, in grösserer Anzahl, sogenannte capilläre Apoplexien. Daneben kommen kleine punktförmige Hämorrhagien vor, welche zur rothen Erweichung gehören: feine, dicht bei einanderstehende Blutpunkte finden sich gruppenweise. Alle diese herdartigen Veränderungen sind auf das einwirkende Krankheitsgift zurückzubeziehen. Ist der Process chronisch geworden, dann ist Oedem der Pia, Schwund der Hirnsubstanz, Hydrocephalus internus. Verdickung des Ventrikelependyms. wodurch die Ventrikel- oberfläche ein sammtartiges Aussehen erhält und eine gemsse Ver- änderung der Form der Ventrikel — Abrundung der normalerweise scharfen Kanten — charakteristisch: chronische Meningitis. Bei der tuberculösen Meningitis kann man nicht blos die Entzündung, sondern auch das Vorhandensein der Tuberkeln nachweisen; beide brauchen nicht immer gleichmässig neben einander herzugehen: manchmal ist die Tuberkeleruption sehr reichlich und die Entzündung relativ gering, manchmal ist es umgekehrt. Immer aber findet sich, ganz besonders bei Kindern, die Hauptmasse des gallertigen Exsudates an der Basis („Basilarmeningitis-'). zwischen dem vorderen Rande des Pons und der Substantia perforata anterior, und in das Exsudat eingelagert, die grauweisslichen Tuberkel, welche sich als Knötchen bis zu Hirsekomgrösse darstellen und längs der grösseren G-efässe in der Sy/visohen Furche, am Chiasma. Pons u. s. w. am zahlreichsten vorhanden sind. Die Gefässe sind stärker als gewöhnlich gefüllt. und Ideine Blutungen kann man auch in der Pia bisweilen nachweisen. Die Hirnsubstanz ist in der oben be- schriebenen Weise verändert, hydrocephalische Ergüsse in den Ven- trikeln fehlen selten, und auch eine starke Füllung der Plexus chorioidei ist zu notiren. Erweichte Stellen finden sich besonders im Gebiete der Stammganglien und man hat sie theils auf Gefäss- verschliessung. theils auf den Druck des um die Gefässe lagernden Exsudates, theils endlich auf obliterirende Arteriitis zurückzuführen. Pückbildungen kommen auch bei der tuberculösen Form der Menin- gitis vor: die Ventrikelerweiterung und andere Zeichen des erhöhten Schädeldruckes können noch fortbestehen, auch Flüssigkeitsansamm- lungen in der Pia und den Ventrikeln sind noch vorhanden, aber die Flüssigkeit wird meder klar, die Pia feucht und die Rinde nicht adhärent: die Tuberkelknötchen der Pia zeigen keine umgebenden Entzündungsspuren (VVeimicke). Eine chronische Form der basalen Meningitis, bei welcher die Pia entweder schwielig verdickt und von wesentlich ver- mehrter Consistenz erscheint oder wo es zur Bildung von brüchigen Schwarten kommt, kann auch gummöser ]S[atur sein (Wernicke). Actio logisch ist zu erwähnen, dass die Meningitis cerebro- spinalis als eine bisweilen epidemisch auftretende Infectionskrankheit zu betrachten ist, wie schon erwähnt wurde: die parasitäre Xatur](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21218675_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)