Ueber Simulation von Blindheit und Schwachsichtigkeit und deren Entlarvung / von K. Wick.
- Wick, K.
- Date:
- 1901
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Credit: Ueber Simulation von Blindheit und Schwachsichtigkeit und deren Entlarvung / von K. Wick. Source: Wellcome Collection.
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![Porsonen zu stark ist, als dass es diircli Aiiswärtssciiieleii des Unken Auges im Interesse des Eiiifacliseiicns überwunden werden könnte — in Ausualiuiefällen muss man durch Senken der Basis und dadurch be- wirkten Höhenunterschied die Fusionstendenz vei-ringern — so müssen Doppelbilder auftreten: Der centrale Fixations])U7ikt orsclieint jedenfalls doppelt. Wird auch das periphere Proheobjekt doj)pelt gesehen, so hat der Untersuchte zweifellos vorher eine unrichtige Angabe gemacht: ebenso, wenn er nur ein Probeobjekt erkennen will, dieses jedoch farbige Räuder zeigt. — Es unterliegt in beiden Fällen keiner Frage, dass da.s Probeobjekt mit dem linken Auge wahrgenommen wurde. Da sein Bild aber in Folge der AVirkung des 30 °igen Prismas auf eine um etwa 15° mehr peripher gelegene Netzhautstelle entworfen wird, ist der Beweis gefülirt, dass eine Netzhautstolle, die vorher keine Wahrnehmung des Probeobjekts haben sollte, dieselbe doch hat und somit der Unter suchte der Simulation überführt. „Da der Fixationspunkt bei dieser Methode immer dop])elt gesehen werden muss — abgesehen natürlich von einer Gesichtsfeldeinengung kleiner als 15, wobei mau dann ein schwächeres Prisma nehmen könnte, oder bei starker Amblyopie des anderen Auges etc. —, so wird der Simulant geneigt sein, auch be- züglich des peripheren Objektes korrekte Angaben zu machen. Abgesehen von den sich bei vpiederholten Prüfungen pp. etwa ergebenden w^esentlichen Widersprüchen in den Grenzen des Clesichtsfeldes, ist es natürlich, auch im hohen Grade verdächtig, wenn ein Untersuchter ein völlig kreisrundes Gesichtsfeld angiebt, wie Nie den dies in seiner Arbeit erwähnt. Er beobachtete bei vielen Simulanten, dass dieselben die Grenzen des Gesichtsfeldes in allen Richtungen in 32 vom Fixationspunkt angaben und zwar deshalb, weil in seinem Perimeter an dieser Stelle eine feine Nietstelle vorhanden war, die bei den wiederholten Auf- nahmen eine vorzügliche Handhabe bot, immer dieselbe Angabe zu machen. Es empfiehlt sich daher vielleicht, an dem Perimeter eventuell eine solche kleine Marke gewissermassen als Lockspeise anzubringen. Mitunter geben Simulanten auch wohl ein derartig (fast auf das Centrum) eingeengtes Gesichtsfeld an, dass sie sich in Wahrheit mit einem solchen nicht Avürden frei bewegen können, während sie thatsächlich mit völliger Sicherheit umhergehen. Falls nicht Hysterie anzunehmen ist, ist dies gleichfalls ein Beweis für Simulation. 6. Prüfung des Sehvermögens mittelst des diagnostischen Farbenapparats von Wölflberg. Als ein schätzenswerthes Hülfsmittel ist auch der diag- nostische Farbenapparat von Wolffbergi) anzusehen. Der Apparat, dessen Hauptprinzip bekanntlich darauf beruht, dass die Angaben über das Erkennen kleiner farbiger Scheiben (roth ^) Diagnostischer Farbenapparat von Dr. Wolffberg. Breslau Preuss & Jünger 1894.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635882_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)