Ueber Simulation von Blindheit und Schwachsichtigkeit und deren Entlarvung / von K. Wick.
- Wick, K.
- Date:
- 1901
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Credit: Ueber Simulation von Blindheit und Schwachsichtigkeit und deren Entlarvung / von K. Wick. Source: Wellcome Collection.
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![— ]() — II. Simulation von Blindheit oder iiochgradiger Schwacii- sichtig-keit eines Aug-es. A. Objektive üntersuchungsmethoden. Aus dem luilimen der objektiven Untersucliung.smetlioden, die natürlich ebenso wie eine Prüfung der Anamnese stets in erschöpfender Weise vorzunehmen sind, ehe der Gedanke an eine etwaige Simulation überhaupt in's Auge gefasst wird, werden gewöhnlich bei der Besprechung der Simulationsfrage zwei her- vorgehoben, weil sie selbst dann zuweilen noch Aufschluss geben, wenn die anderen Methoden in Stich lassen. Es sind dies 1) die Prüfung der Pupillenreaktion auf Lichteinfall und 2) die Prüfung der binokularen Fixation. 1. Prüfung der Pupillenreaktion auf Lichteinfall. Der Kürze des Ausdrucks wegen möchte ich mich des von Heddaeus^) geschaffenen Wortes und Begriffs der Reüex- empfindlichkeit (R. E.) bedienen. Bekanntlich versteht Heddaeus unter Reflexempfindlichkeit eines Auges die Fähigkeit desselben, einenLichtreiz aufzunehmen und den Reflexcentren zuzuleiten. „Um die Reflexempfindlichkeit eines Auges festzustellen, ist es nicht nöthig, dass die Pupille desselben Auges beweglich ist. Zum Nachweis der Reflexempfindlichkeit beider Augen genügt (ist aber auch erforderlich) die Beweglichkeit ein er Pupille^): Ihre direkte Reaktion beweist, dass das gleichseitige, ihre consensuelle Reaktion beweist, dass das andere Auge die Fähigkeit besitzt, einen Lichtreiz aufzunehmen und den Reflexcentren zuzuleiten. Ist die Reflexempfindlichkeit eines Auges völlig erloschen (= 0), so bezeichnet Heddaeus diesen Zustand als Reflextaubheit. Unter Benutzung dieser Nomenclatur haben folgende Sätze wohl allge- mein anerkannte Gültigkeit. a. Ist ein Auge völlig reflextaub, während das andere deutlich reflexempfindlich ist'^), so ist das reflextaube Auge meist völlig erblindet, zum mindesten aber in seiner Sehkraft ganz erheblich beeinträchtigt. Es sind in der Litteratur nur wenige Fälle beschrieben, in denen unter solchen Umständen völlige einseitige Blindheit nicht 1) 8. L. V. No. 55—62. 2) Es stört die Prüfung also nicht, wenn die Pupille eines Äuges^ sei es in Folge von Atropin oder aus anderer Ursache, unbeweglich ist. 3) Das heisst also (wenn das rechte Auge das reflextaube, das linke das reflexempfindliche ist): Wird durch Beleuchtung des rechten Auges weder eine Verengerung der rechten noch der linken Papille ausgelöst, durch Beleuchtung des linken Auges jedoch eine deutliche Reaktion beider Pupillen oder wenigstens einer derselben erzeugt (die andere könnte ev. durch Atropin oder in Folge von Krankheitsprozessen starr sein), so ist etc.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635882_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)