Gewebelehre mit besonderer Berücksichtigung des menschlichen Körpers.
- Schiefferdecker, Paul, 1849-1931.
- Date:
- 1891
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![nur mechanisch, Nahrung und nahm selbige so in sich auf. Das gleiche vermögen die Leukocyten zu thun und diese Eigenschaft scheint für den Ge- sammtkörper eine nicht unwichtige zu sein. Es ist einigermaassen wahrscheinlich, dass auf diese Weise bestimmte dem Körper schäd- liche Organismen (Bacterien etc.), sowie sonst störende Theile (ab- gestorbene Zellen und deren Eeste, Blutextravasate) von derartigen Zellen, P h a g o c y t e n (Metschnikoff), aufgenommen und fortgeführt werden können. Es wirkt die Zelle auf die Elemente indessen nicht sondern auch chemisch ein, denn dieselben werden in ihrem Leibe verändert, event. getödtet. b Es würde sich also nach Metschnikoff bei einer Bacterieninfection des Körpers zunächst immer um einen Kampf zwischen diesen Or- ganismen und den Phagocyten handeln. b) Protoplasmaströmung. Wäh- rend bei der amöboiden Bewegung die äussere Form der Zelle sich änderte, geht die Proto- plasmaströmung nur im Inneren der Zelle vor sich. Bestimmte Theile des Protoplasmas bewegen sich stromartig, indem sie dabei in ihnen befindliche Körperchen mit fortführen. Die Strombahnen können sich unter Umstän- den auch mehr oder weniger schnell ändern. Mitunter handelt es sich um einen richtigen Kreislauf, öfters gehen die Strömungen nach sehr verschiedenen Richtungen auseinander und durcheinander. Man beobachtet diese Erscheinung am häufigsten bei Pnanzenzellen und Protozoen. Wahrscheinlich sind hierherzurechnen auch jene Verschie- bungen der Pigmentkörnchen in vielen Pigmentzellen, so in den Zellen des Pigmentepithels der Netzhaut, in welchen bei Lichtreiz die Körn- chen sich auch in die feinsten Zellfortsätze hin vertheilen, während sie im Dunkeln alle nach einem Centrum hin zusammenrücken. Ich darf hier nicht unerwähnt lassen, dass Quincke (Ueber periodische Ausbreitung an Flüssigkeits-Oberflächen und dadurch her- vorgerufene Bewegungserscheinungen [Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss. z. Berlin. XXXIV p. 791 ff.]) sowohl die amöboide Bewegung wie die Protoplasmaströmung auf rein mechanischem Wege zu erklären sucht, indem er annimmt, dass das Eiweiss des betreffenden Wesens von einer aus flüssigem Fette bestehenden Haut umgeben sei, die eine so grosse Feinheit besitze, dass sie mikroskopisch nicht wahrnehmbar 18 Spermatogonie von Astacus flu- viatilis, Zerzupfungspräparat. Le- bend in Dahlia-Jodseruni, amö- boide Bewegung im Verlaufe einer Stunde (a. b. c. d.). Vergr. 388.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21208219_0052.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)