Gewebelehre mit besonderer Berücksichtigung des menschlichen Körpers.
- Schiefferdecker, Paul, 1849-1931.
- Date:
- 1891
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Credit: Gewebelehre mit besonderer Berücksichtigung des menschlichen Körpers. Source: Wellcome Collection.
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![ZWEITES CAPITEL. TJeber die chemische Zusammensetzung der Zelle. Alle lebenden Gewebe sind ans einer grösseren Zahl von orga- nischen und unorganischen Verbindungen zusammengesetzt. Niemals Hndet man einen lebensfähigen Theil, der nur aus einer einheitlichen chemischen Verbindung, z. B. nur aus Ei weiss, besteht. Es ist bisher nur in einzelnen Fällen möglich gewesen, die durch chemische Analyse entdeckten Stoffe in dem lebenden Elementar- organismus zu localisiren, sie als Bestandteile des einen oder des andern Tbeils der Zelle unter dem Mikroskop wiederzuerkennen. In dem vorhergehenden Abschnitt ist eine gewisse Zahl von Namen für die Bestandteile der Zelle genannt, welche die Chemie nicht kennt. Andererseits hat man durch chemische Untersuchungen eine bedeu- tende Menge organischer und anorganischer Bestandteile der Zellen aufgefunden, von denen man nicht weiss, ob sie durch die ganze Zelle verbreitet oder in bestimmten Theilen derselben angehäuft sind. Dieser Mangel an Uebereinstimmung zwischen der anatomischen und der chemi- schen Beschreibung der Gewebe wird bedingt durch die ünvollkommen- heit der Methoden. Die Histologen haben in vielen Füllen nur das Verhalten der Objecte gegen Färbungsmitte] untersucht und daraus Schlüsse auf die Bestandteile gezogen. Indes« kann die Färbung, die der Histologie ausserordentlich wichtige Dienste geleistet hat, nichl dazu dienen, chemische Individuen zu charakterisiren, sie darf viel- mehr nur als Vorprüfung betrachtet werden, der eine weitere, auf chemische Reactionen gegründete, Erforschung folgen muss.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21208219_0063.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)