Gewebelehre mit besonderer Berücksichtigung des menschlichen Körpers.
- Schiefferdecker, Paul, 1849-1931.
- Date:
- 1891
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Credit: Gewebelehre mit besonderer Berücksichtigung des menschlichen Körpers. Source: Wellcome Collection.
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![standtheile enthalten. Der am besten bekannte Etepräsentanl dieser Gruppe ist das „Nuclein der Lachsspermatozoen. Wir wollen diese Körper, einem neuerdings gemachten Vorschlage entsprechend, als Nu dein säuren bezeichnen (Altmann 15 A. 1889 ]>. 524;. Die Nucleine sind höchstwahrscheinlich zu betrachten als Ver- bindungen von Nuclei'nsäuren mit Eiweiss. Die Nucleinsäureu können aber auch frei oder in Verbindung mit anderen Stoffen in der Zelle erseheinen, letzteres ist im Lachssperma der Fall. Die aus verschiedenen Zellen gewonnenen Nucleme zeigen Ver- schiedenheiten untereinander. Ob es auch verschiedene Nuclei'nsäuren giebt, ist noch nicht zu entscheiden. Miescher (17) hat für die Nucleinsäure („Nuclein des Lachs- spermas) die Formel Ci9 Ü49 iVg P3 0.n berechnet1. Bei der längeren Einwirkung von verdünnten Säuren oder Alkalien, selbst schon beim Aufbewahren im feuchten Zustand werden die Nucleme zerlegt unter Bildung von Eiweiss und stickstoffreichen Basen, daneben spaltet sich Phosphorsäure ab. Die beiden letzteren Spaltungsproducte bilden sich auch aus den Nuclei'nsäuren. Die Basen sind folgende: Adenin (C5 Hb iV5), Hypoxanthin (O, iJ4 JV4 0), Guanin (C5 Hb Nh 0), Xanthin (O, H^NA 02) (20, III S. 284; IV S. 290; V S. 152 u. 267; VII S. 7 ; X S. 250). Diese Zerlegung kann schon im lebenden Organismus vor sich gehen, sobald einzelne Zellen dem Tode und einer langsamen, bei Abschluss der Fäulniss verlaufenden, Zersetzung (Nekrobiose) anheimfallen. Die genannten vier Basen zerfallen in zwei Gruppen, deren erste das Adenin und Hypoxanthin und deren zweite das Guanin und Xanthin umfasst. Adenin geht durch gewisse chemische Eingriffe, auch durch Fäulniss, in Hypoxanthin über, ebenso Guanin in Xanthin. Die beiden erstereii Substanzen gehören ihren Eigen- *) Die procentische Zusammensetzung dieser Körper ergiebt sieh aus folgenden Zahlen: Nucleinsäure Nuclein aus Hefe („Nuclein des Lachsspennas) C 40,81 30,11 H 5,38 5,15 A 15,98 13,09 0 31,26 36,06 P 6,19 9,59 S 0,38 Schwefel nicht vorhanden. Der Schwefelgehalt ist bei den Nucleinen verschiedenen Ursprungs grossen Schwankungen unterworfen. Die schwefelreichen Nucleine sind als Sulfo- nucleine bezeichnet.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21208219_0069.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)