Der Aderlass : eine monographische Studie / von Alexander Strubell.
- Strubell, Alexander.
- Date:
- 1905
Licence: Public Domain Mark
Credit: Der Aderlass : eine monographische Studie / von Alexander Strubell. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Die Blutentziehung hat denselben Effekt wie die Aufhebung des Vagus- tonus (Fredericq [217]), d. h. eine ausgesprochene Herzbeschleunigung, welche beim Ein- und Ausatmen dieselbe bleibt. Ronnsse (225) be- stätigt diese Angabe: nur während der ersten 9—10 Minuten nach der Blutentziehung hat er ziemlich oft eine deutliche Verlangsamung gesehen. Nach grossen, der tödlichen Dosis nahe kommenden Aderlässen ver- langsamt sich der Herzschlag merklich und andauernd. Nach tödlichen Blutentziehungen nimmt der Puls andauernd bis zum Tode ab. 4. Die Veränderungen der Amplitude des Pulses sind von Frede- ricq (217) und seinen Vorgängern nicht richtig beschrieben worden, obwohl sie konstant und verschieden sind beim Kaninchen und Hund. Sie fanden; a) Beim Kaninchen tritt nach Blutentziehung bis zu 2,5 pCt. des Körpergewichtes eine konstante und oft sehr deutliche Zunahme der Pulsschwankungen während und nach dem Blutverluste auf. Nach töt- lichen Blutentziehungen dagegen nimmt der Puls stets und kontinuierlich ab, nur wenige Minuten nach dem Tode nimmt er ein wenig zu, ohne jedoch die normale Höhe zu erreichen. b) Beim Hund rufen Aderlässe bis zu 3,5 pCt. des Körpergewichts während der Blutentziehungen und einige Sekunden darnach eine merk- liche Pulserhöhung hervor, der bald eine konstante und anhaltende Er- niedrigung folgt. Bei grösseren sowie tödlichen Blutentziehungen ver- schwindet die Pulserhöhung noch schneller; schon gegen Ende der Blut- entnahme ist der Puls erniedrigt; nach einigen Minuten wird er dann unregelmässig, entweder seltener oder häufiger. Diesen Angaben gegenüber hat Ronnsse (225) weder beim Kaninchen noch beim Hund beobachtet, dass der Blutdruck nach einer Blut- entziehung von 1,5—2,5pCt, des Körpergewichts, wie Worm-Müller (229) angiebt, schon nach einigen Sekunden seine frühere Höhe erreicht. Nach Ronnsse's Kurven, Messungen und Gewichtsbestimmungen tritt bei seinen Tieren eine dauernde Blutdruckerniedrigung schon nach einer Entziehung von y2 pCt. beim Kaninchen und 1 pCt. beim Hund ein. Der minimale und maximale Blutdruck beim Kaninchen fällt plötzlich von Anfang des Aderlasses ab: beim Hund dagegen tritt diese Erniedrigung im wechselnden Tempo auf: die nicht narkotisierten Tiere werden oft schon unruhig mit Beginn des Blutausflusses; das Herz wird unregelmässig. Der Blutdruck kann selbst steigen und selbstredend fehlt dann die direkte Blutdruck- erniedrigung. Wenn aber das Tier zur Ruhe kommt, erniedrigt sich der Druck allmählich. Diese Erniedrigung hält an und ist desto aus- gesprochener, je grösser die Blutentnahme ist. In den Versuchen, wo das Tier während und nach dem Aderlass ruhig bleibt, zeigt sich die Erniedrigung fast ebenso plötzlich wie beim Kaninchen. Die initiale Höhe stellt sich darauf mehr oder weniger langsam, je nach der Inten- sität des Blutverlustes ein. Beim Kaninchen sowie beim Hund erreicht der Blutdruck bei einer etwas grossen Blutentnahme (1 pCt. beim Kaninchen, 1,5 pCt. beim Hund) selbst nach 40—50 Minuten seine frühere Höhe noch nicht.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21167485_0096.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)